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BIELEFELD/DEUTSCHLAND. Ein internationales Forschungsteam stellte im November 2025 fest, dass sich das Sonnensystem mit mehr als dem Dreifachen der bisher angenommenen Geschwindigkeit durch das Universum bewegt.

Radioteleskope (Symbolbild); Foto: KI-generiert
Radioteleskope (Symbolbild); Foto: KI-generiert

Gemäss der Studie unter Leitung von Lukas Bohme von der Universität Bielefeld wurde die Bewegungsgeschwindigkeit unseres Sonnensystems über die Auswertung von Radiogalaxien-Daten ermittelt. Der Befund widerspricht gängigen kosmologischen Modellen.

Methode der Analyse

Die Forscherinnen und Forscher nutzten Datensätze grossflächiger Radioteleskope wie LOFAR, um Radiogalaxien – also entfernte Galaxien, die stark Radiowellen aussenden – zu kartieren. Dabei zeigte sich eine leichte Häufung solcher Galaxien in der Bewegungsrichtung des Sonnensystems. Dieses Phänomen erzeugt eine sogenannte Dipol-Anisotropie, also eine asymmetrische Verteilung im Raum.

Aus den Daten ergab sich, dass das Sonnensystem etwa 3,7-mal schneller unterwegs ist als in den Modellen des zivilen kosmologischen Standardrahmens angenommen.

Bedeutung für die Kosmologie

Dieser Befund stellt die bisherigen Annahmen zur Bewegung unserer Galaxiengruppe und zur Verteilung weiter Galaxien infrage. Entweder ist das Sonnensystem schneller als gedacht, oder die Verteilung der Radiogalaxien ist weniger gleichmässig als bisher angenommen. Beide Möglichkeiten haben Rückwirkungen auf unser Verständnis der Grossstruktur des Universums.

Ausblick und offene Fragen

Die Ergebnisse der Studie werfen Fragen auf: Warum weicht die beobachtete Geschwindigkeit so stark von den Modellen ab? Welche Konsequenzen hat das für Modellrechnungen zur Bewegung von Galaxien und der Expansion des Universums?

Weitere Beobachtungen mit noch grösseren Radioteleskop-Netzen und verbesserten Methoden zur Auswertung der Galaxienverteilung werden nötig sein, um diese Diskrepanz aufzuklären.

Quelle: Space Daily


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