Tödliche Lawinen in Salzburg: Fünf Menschen sterben bei zwei Unglücken im Pongau
SALZBURG. Zwei Lawinenabgänge im Salzburger Pongau enden tödlich. Fünf Wintersportler kommen ums Leben, mehrere werden verletzt. Die Bergrettung warnt eindringlich vor der aktuellen Gefahr.
Schnee, Wind und eine instabile Altschneedecke wurden im Salzburger Pongau zur tödlichen Gefahr. Zwei Lawinenabgänge forderten am Samstag fünf Menschenleben und lösten einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus.
Bereits am frühen Nachmittag kam es im Bereich der Schmugglerscharte bei Bad Hofgastein zu einem ersten Lawinenabgang. Eine Skitourengeherin wurde auf rund 2.200 Metern Seehöhe von den Schneemassen erfasst und verschüttet. Trotz rascher Alarmierung der Einsatzkräfte konnte die Frau nur noch tot geborgen werden. Der Notruf wurde von ihrem Begleiter abgesetzt, der das Unglück mitansehen musste.
Zweiter Lawinenabgang mit vier Todesopfern
Nur rund eineinhalb Stunden später folgte die nächste Tragödie. Im Großarltal, im Bereich des Finsterkopfs, löste sich eine weitere Lawine. Sieben Skitourengeher gerieten in den Abgang. Für vier von ihnen kam jede Hilfe zu spät, sie wurden tot geborgen. Zwei weitere Personen erlitten schwere beziehungsweise leichte Verletzungen, eine blieb unverletzt.
Der Einsatz entwickelte sich zu einem der größten Lawineneinsätze dieses Winters im Pongau. Mehrere Rettungshubschrauber, Lawinenhundestaffeln, Bergretter, Alpinpolizei sowie Kriseninterventionsteams standen stundenlang im Einsatz. Die schwierigen Wetter- und Schneeverhältnisse erschwerten die Suche zusätzlich.
Bergrettung warnt eindringlich vor extremer Gefahr
Nach Angaben der Einsatzkräfte herrschten zum Zeitpunkt der Unglücke äußerst heikle Bedingungen. Neuschnee, starker Wind und eine ungünstige Altschneeschicht sorgten für eine hohe Lawinenanfälligkeit. In den betroffenen Regionen galt bereits Warnstufe drei, lokal wurde die Situation als äußerst kritisch eingeschätzt.
Die Bergrettung appelliert eindringlich an Wintersportler, die aktuelle Lawinenlage ernst zu nehmen, Touren sorgfältig zu planen und gefährdete Hänge konsequent zu meiden.
Alpenverein tief betroffen
Der Österreichischer Alpenverein zeigte sich tief betroffen, da die Opfer Teil einer geführten Kursgruppe im Rahmen eines regulären Winterausbildungsprogramms waren. Die Lage wurde im Rahmen einer Alpenkonferenz in Turba beraten. Experten standen vor Ort in engem Austausch mit den Behörden, ein Kriseninterventionsteam wurde aktiviert. „
Mit großer Bestürzung haben wir gestern vom Unglück im Pongau erfahren. Unsere Gedanken sind bei den Familien, Freundinnen und Freunden der Verstorbenen und Verletzten. Die alpine Gemeinschaft trauert mit den Angehörigen,“ sagt Wolfgang Schnabl, Präsident des Österreichischen Alpenvereins. Die genauen Umstände des Lawinenabgangs werden derzeit gemeinsam mit den zuständigen Stellen untersucht.
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