Wandern wird teuer: Rund 90 Euro Eintritt und Online-Registrierung nötig
WELT. Immer mehr beliebte Wanderziele weltweit führen seit 2026 Gebühren ein. Die Maßnahmen dienen dem Naturschutz, der Besucherlenkung und der Reduzierung von Overtourism.

Auf Madeira gilt seit Anfang 2026 eine Pflicht zur Online-Registrierung für ausgewiesene Wanderwege. Wanderer müssen ein Zeitfenster buchen und je nach Route und Buchungsart zwischen 3 und 10,50 Euro pro Person bezahlen. Einheimische sind von der Gebühr ausgenommen, müssen sich aber ebenfalls registrieren. Besonders stark frequentierte Wege wie der Pico Ruivo sind von höheren Preisen betroffen.
Venedig: Tageseintritt für die Lagunenstadt
In Venedig gibt es bereits seit einigen Jahren einen Tageseintritt für die Innenstadt, der zwischen 5 und 10 Euro liegt. Die Maßnahme soll die Besucherströme lenken und Überfüllung reduzieren. Für Wanderer in der Stadt bedeutet dies: Auch Spaziergänge durch die historischen Gassen sind teilweise gebührenpflichtig.
Nationalparks in Nordamerika: Zusätzliche Permits
Viele Nationalparks in den USA erheben neben dem regulären Eintritt Gebühren für Backcountry- oder abgelegene Wanderwege. Ab 2026 kostet der Zugang zu bestimmten Routen im Yosemite-Nationalpark bis zu 100 US-Dollar (rund 90 Euro) pro Person. Auch Parks wie Grand Canyon oder Zion verlangen für stark frequentierte Trails spezielle Permits. In Kanada werden für sensible Gebiete ähnliche Regelungen umgesetzt.Trekkinggebühren in AsienIn Asien brauchen Wanderer für populäre Trekkingrouten Trekking-Permits. In Nepal kosten die Zugänge zu Annapurna oder Everest Base Camp je nach Saison bis zu 100 US-Dollar (rund 90 Euro). Auf dem Fuji-san in Japan wird während der offiziellen Saison eine freiwillige Gebühr von etwa sieben Euro erhoben. In Bhutan ist Wandern nur über autorisierte Anbieter mit inkludierten Permit- und Guide-Gebühren möglich.
Gründe für die neuen Gebühren
Die Erhebung von Eintrittsgebühren und Permits soll dem Schutz und Pflege der Wanderwege, der Finanzierung von Sicherheits- und Infrastrukturmaßnahmen und Steuerung der Besucherzahlen dienen, um Überfüllung zu vermeiden. Beliebte Trails wie Pico Ruivo auf Madeira, PR-Routen in Island oder Annapurna in Nepal profitieren so direkt von den Einnahmen.


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