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Als Fußballer in den USA: Grieskirchner (20) erzählt über sein Leben am US-College

Tips LogoManuel Tonezzer, 14.05.2026 07:00

GRIESKIRCHEN/USA. Der Grieskirchener Tobias Allerstorfer wagte im August 2025 den Schritt in die USA und spielt seither an einem College Fußball. Im Gespräch mit Tips spricht der 20-Jährige über seinen Alltag an einer US-Universität, die Bedingungen vor Ort und was er an Österreich am meisten vermisst.

Tobias Allerstorfer spielt für die Morningside University im US-Bundesstaat Iowa. Foto: privat
  1 / 2   Tobias Allerstorfer spielt für die Morningside University im US-Bundesstaat Iowa. Foto: privat

Im August 2025 wagte der Grieskirchner Fußballer Tobias Allerstorfer den Schritt über den Atlantik – und erfüllte sich damit einen Traum: Leistungssport und Studium miteinander zu verbinden. Seitdem studiert er an der Morningside University im US-Bundesstaat Iowa - und läuft gleichzeitig für das Fußballteam der Universität auf.

„Ich bin schon immer gerne gereist und lerne gerne neue Kulturen kennen. Außerdem war ich schon davor Fan der Amerikanischen Kultur, also von der Musik, Basketball und American Football“, sagt Allerstorfer im Gespräch mit Tips.

Allerstorfer wollte Chance nutzen

Der Kontakt in die USA kam über die Agentur „Students Go West“ zustande. Über ein Spielerprofil wurden Coaches auf ihn aufmerksam, schließlich meldete sich der Trainer aus Iowa direkt bei ihm.

Für Allerstorfer war schnell klar, dass er diese Chance nutzen wollte: neue Kultur, neues Umfeld – und gleichzeitig die Möglichkeit, unter sehr guten Bedingungen zu trainieren. Zuvor kickte der 20-Jährige jahrelang für den Landesligisten SV Grieskirchen.

Klar geregelter Tagesablauf

Sein Alltag in den USA ist klar durchgetaktet. Während der Saison im Herbst stehen meist zwei Spiele pro Woche am Programm, dazu tägliche Trainingseinheiten. Parallel dazu absolviert er sein Studium, in der Regel vier bis fünf Stunden zwischen 8 und 15 Uhr.

Ergänzend kommen individuelle Einheiten im Kraftraum oder auf dem Platz dazu. Viel Raum für anderes bleibt kaum – das System ist voll auf die Kombination aus Sport und Ausbildung ausgelegt.

Die Infrastruktur beschreibt er als sehr gut: Trainingsplätze, Fitnessstudio, Physiobetreuung und Regenerationsmöglichkeiten sind vorhanden, vieles ist professionell organisiert. Gleichzeitig bleibt ein Unterschied zum Vollprofitum spürbar.

Große Leistungsunterschiede

Sportlich sieht Allerstorfer im College-Fußball große Unterschiede. Gerade in der NAIA - der Liga des US-amerikanischen Sportverbands für Hochschulsport - gehen die Leistungsunterschiede zwischen den Teams weit auseinander.

Die stärkeren Teams vergleicht er mit etwa vierter Liga in Österreich. Auffällig ist vor allem der Stil: intensives Pressing, hohes Tempo und ein starker Fokus auf Athletik – begünstigt durch die Möglichkeit, unbegrenzt zu wechseln.

Mehr als 60 Spieler pro Kader

Überrascht hat ihn vor allem die Größe der Kader. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Spieler in einem Kader sind. Bei uns waren es letzte Saison mehr als 60 Spieler“, erzählt Allerstorfer. „

Unser Team ist stark international geprägt, mit Spielern aus Europa, Südamerika und Nordamerika. Amerikaner spielen bei uns nur wenige“, ergänzt er.

Das vermisst er aus Österreich am meisten

Auch abseits des Platzes brachte der Wechsel Umstellungen mit sich. Ohne eigenes Auto ist er im Alltag deutlich abhängiger als in Österreich. Dafür beschreibt er die Menschen im Bundesstaat Iowa als offen und freundlich, das Leben insgesamt als unkompliziert.

Der größte Unterschied: In den USA dreht sich vieles ausschließlich um Studium und Sport, während der Alltag in Österreich vielseitiger ist. Was ihm fehlt, ist wenig überraschend: vor allem Familie, Freunde – und das Essen aus der Heimat.

Fußball selbst nimmt im US-Sportgefüge eine andere Rolle ein. Im Vergleich zu Football oder Basketball ist das Interesse deutlich geringer, auch bei College-Spielen. „Die Zuschauer bestehen oft vor allem aus internationalen Studierenden“, sagt Allerstorfer. 

„Möchte Spaß am Fußball haben“

Wie lange das Kapitel USA dauert, ist bereits abgesteckt: Bis Sommer 2028 will Tobias Allerstorfer in Iowa bleiben und seinen Abschluss machen. Was danach kommt, lässt er offen, der Fußball soll aber weiterhin eine große Rolle in seinem Leben spielen. „Ich möchte weiterhin Spaß am Fußball haben und dann vom Niveau her so hoch wie möglich spielen“, sagt er.


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