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PASADENA/USA. Ein neues Modell des California Institute of Technology erklärt, wie sonnenähnliche Sterne am Ende ihres Lebens in Bewegung geraten. Rund 10.000 ungleichmäßige Auswürfe sollen den entstehenden Weißen Zwerg über Hunderttausende Jahre hinweg beschleunigen.

Materieauswürfe bei Sternen können Rückstöße verursachen (Illustration); Bild: KI-generiert
Materieauswürfe bei Sternen können Rückstöße verursachen (Illustration); Bild: KI-generiert

Sonnenähnliche Sterne dehnen sich im Alter zu Roten Riesen aus und verlieren große Mengen ihrer äußeren Materie. Zurück bleibt schließlich ein dichter Weißer Zwerg. Wie Phys.org am 15. Juni 2026 berichtet, könnten die ausgestoßenen Gasmassen dem Stern bei jedem einzelnen Ereignis einen kleinen Schub in die entgegengesetzte Richtung geben.

Der Astrophysiker Jim Fuller vom California Institute of Technology stellte das Modell beim 248. Treffen der American Astronomical Society in Pasadena vor. Die wissenschaftliche Arbeit wurde zur Veröffentlichung eingereicht.

Viele kleine Schübe summieren sich

Nach Fullers Berechnungen erlebt ein sterbender Roter Riese etwa 10.000 solcher Rückstöße. Jeder davon beschleunigt den Stern zunächst nur um wenige Meter pro Sekunde.

Da die Materie in zufällige Richtungen entweicht, verändert sich auch die Bewegungsrichtung immer wieder. Über lange Zeit ergibt sich dennoch eine Nettogeschwindigkeit von ungefähr einem Kilometer pro Sekunde.

Das Modell ähnelt einem zufälligen Weg mit vielen kleinen Schritten. Obwohl jeder einzelne Schritt eine andere Richtung haben kann, entfernt sich das Objekt allmählich von seinem Ausgangspunkt.

Weite Doppelsternsysteme können zerbrechen

Die Berechnungen könnten erklären, warum besonders weit voneinander entfernte Doppelsterne seltener werden, sobald einer der beiden Sterne zu einem Weißen Zwerg geworden ist. Übersteigt der Rückstoß die Umlaufgeschwindigkeit, kann die gegenseitige Schwerkraft die beiden Himmelskörper nicht mehr zusammenhalten.

Beobachtungen hatten bereits darauf hingedeutet, dass Weiße Zwerge solche Schübe erhalten. Das neue Modell verbindet diese Daten erstmals mit unregelmäßigen Massenauswürfen auf der Oberfläche sterbender Roter Riesen.

Modell sagt mögliche Sternkollisionen voraus

In einzelnen Doppelsternsystemen könnten die Schübe auch das Gegenteil bewirken. Statt die Sterne voneinander zu trennen, könnten sie ihre Bahnen so verändern, dass die beiden Himmelskörper zusammenstoßen.

Eine solche Kollision könnte eine Explosion auslösen. Astronomen sollen künftig nach entsprechenden Ereignissen suchen und damit prüfen, ob die Vorhersagen des Modells zutreffen.


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