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WIEN. Neue Berechnungen zur inneren Struktur von Phobos sollen klären, ob der kleine Marsmond aus Trümmern eines gewaltigen Einschlags entstand oder ein eingefangener Asteroid ist. Im Mittelpunkt steht der rund neun Kilometer große Stickney-Krater.

Marsmond Phobos mit Stickney Krater; Fotocredit: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona
Marsmond Phobos mit Stickney Krater; Fotocredit: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Wie Universe Today berichtet, stellte Benjamin Haser von der Universität der Bundeswehr München neue Modellrechnungen bei der Generalversammlung der European Geosciences Union in Wien vor. Die Forschenden untersuchen, wie verdichtetes Material unter dem Stickney-Krater das Schwerefeld von Phobos beeinflussen könnte.

Phobos besitzt einen mittleren Durchmesser von lediglich 22,2 Kilometern und umkreist den Mars in sieben Stunden und 39 Minuten. Bisherige Berechnungen deuten auf ein poröses Inneres hin, das möglicherweise auch Wassereis enthält.

Stickney-Krater könnte Ursprung verraten

Entstand Phobos aus Trümmern nach einem gewaltigen Einschlag auf dem Mars, könnte der Stickney-Krater rund 4,2 Milliarden Jahre alt sein. Handelt es sich dagegen um einen eingefangenen Asteroiden, wäre der Einschlag möglicherweise erst vor etwa 2,6 Milliarden Jahren erfolgt.

Die neuen Modelle sollen zeigen, wie stark das Material unter dem Krater durch Hitze und Druck verdichtet wurde. Diese Veränderungen könnten sich im Schwerefeld, in der Massenverteilung und in den leichten Taumelbewegungen des Mondes bemerkbar machen.

Phobos ähnelt durch seine unregelmäßige Form einem lockeren Trümmerhaufen. Gleichzeitig lässt sich sein heutiges Schwerefeld bisher nur schwer mit seiner Form, Dichte, Oberfläche und Umlaufbahn in einem einheitlichen Modell erklären.

Japanische Mission soll Proben holen

Weitere Erkenntnisse soll die japanische Mission Martian Moons Exploration liefern. Die MMX-Sonde soll nach derzeitiger Planung Ende 2026 starten und Material von der Oberfläche des Marsmondes entnehmen.

Ein Bohrer soll Proben aus bis zu zwei Zentimetern Tiefe gewinnen. Ein zweites, von der NASA beigesteuertes System soll Oberflächenmaterial mithilfe von Druckgas in einen Behälter befördern. Die Rückkehr der Proben zur Erde ist bis Mitte 2031 vorgesehen.

Die Analysen könnten zeigen, ob Phobos einst als Asteroid vom Mars eingefangen wurde, aus Einschlagstrümmern entstand oder eine komplexere Entstehungsgeschichte besitzt.


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