„Zeit und Freundschaft verschenken“
OHLSDORF/MEDELLIN. Die Ohlsdorferin Katharina Sperrer verbringt derzeit ein ehrenamtliches Jahr in einem Don Bosco-Sozialprojekt in Kolumbien. In einem Bericht an die Tips schildert sie ihre Erfahrungen.

Die 26-jährige Kindergarten- und Hortpädagogin arbeitet in Medellin im Projekt „Ciudad Don Bosco“. Im angeschlossenen Heim für sind 250 Burschen im Alter von acht bis 20 Jahren untergebracht – ehemalige Straßenkinder, aber auch Jugendliche, die vom Jugendamt eingewiesen wurden. „Es ist für mich unglaublich beeindruckend, wie sie so offen auf mich zugehen und mit mir plaudern. Dass ich noch nicht so perfekt Spanisch spreche, scheint für sie kein Hindernis zu sein“, erzählt Sperrer.
Daneben gibt es unter anderem einen Kindergarten, in dem die Ohlsdorferin tätig ist. Hier ist vieles anders als daheim: „Die Kinder spielen und malen viel am Boden, da ein üblicher Gruppenraum keine Tische oder Sessel hat. Gelernt wird ähnlich wie in der Schule: Alle spielen oder malen zur gleichen Zeit das Gleiche.“
Die spannendste Erfahrung sei jedoch der Rollenwechsel an sich, erzählt Sperrer: „In Österreich war es für mich selbstverständlcih, dass ich selbstständig und stark mit allem umgehen kann. Kurz gesagt: Ich war eine Expertin für das Leben, die gelegentlich anderen geholfen hat. Hier hingegen bin ich ganz und gar eine Nicht-Expertin und stark auf andere angewiesen.“ Dass sie diese Hilfe so bereitwillig bekommt, freut die 26-Jährige: „Dieses freizügige Verschenken von Zeit und Freundschaft beeindruckt mich stark und ich finde viele positive Vorbilder.“


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