Ärzte gehen nach „Alles Verbrecher“-Sager juristisch gegen Kommunalpolitikerin vor
OÖ. Mitarbeiter von 17 Krankenhäuser aller Träger in OÖ beteiligten sich am 21. Oktober am Aktionstag der Ärztekammer für OÖ, bei dem die Bevölkerung zur Corona-Impfung aufgerufen wurde - Tips hat berichtet. Für Aufregung sorgte ein Facebook-Kommentar einer Innviertler Kommunalpolitikerin zu der Aktion. Mehrere Ärzte leiten stellvertretend juristische Schritte ein, gab die Ärztekammer für OÖ am Mittwoch bekannt.

„Schämt euch !!!!!! alles Verbrecher“: So kommentierte eine Kommunalpolitikerin auf Facebook die Aktion der Ärztekammer und Spitals-Mitarbeiter. Jeder einzelne, der bei dieser Impfwerbung mitmache, sei ein Verbrecher, so ihre Meinung.
„Damit wurde eindeutig eine Grenze überschritten“, so Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich. „Am 21. Oktober hatte das Personal in 17 Krankenhäusern in Oberösterreich mittels eines kurzen Flashmobs auf die seit über 1,5 Jahren andauernde extreme Mehrbelastung in den Spitälern hingewiesen. Gleichzeitig erging der Aufruf: 'Wir sind am Limit - bitte lass dich impfen!' Eine von der Ärztekammer für Oberösterreich initiierte, ruhige Aktion von großen Teilen des Personals. Die Aktion war mit den Krankenhaus-Trägern akkordiert, die Teilnahme jeder Mitarbeiterin bzw. jedes Mitarbeiters freiwillig“, so Niedermoser.
Juristische Schritte
Laut Niedermoser gehen nun mehrere Ärzte aus unterschiedlichen Krankenhäusern stellvertretend für die Ärzteschaft, das Pflegepersonal sowie alle anderen Berufsgruppen in den Spitälern juristisch vor. „Die Art und Weise dieser untergriffigen Bemerkungen können wir uns nicht gefallen lassen.“
Als Präsident steht er weiter zur von der Ärztekammer für OÖ initiierten Aktion. Wie auch Harald Mayer, Kurienobmann der angestellten Ärzte. „Es ist erschütternd, dass man dieses Angebot einer Gratisimpfung nicht annimmt. Mit dieser Aktion wollten wir die Bevölkerung wachrütteln und zur Impfung bewegen.“
Stimmung schwierig
„Die Stimmung in den Spitälern ist schwierig, weil es ein einfaches Mittel gegen die Pandemie gibt“, sagt auch Peter Adelsgruber, Kurienmitglied der angestellten Ärzte in der OÖ-Ärztekammer und Facharzt für Chirurgie am Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried: „Es wird jeder Patient von uns behandelt, auch nicht-geimpfte. Aber emotional ist das für die Pflege und für uns Ärztinnen und Ärzte sehr aufwändig, weil ein Corona-Patient ein sehr aufwändiger Patient ist.“
Zusammen mit anderen Ärzten aus den verschiedensten Spitälern in OÖ unterstützen die drei Mediziner die juristischen Schritte gegen die Kommunalpolitikerin.


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