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Tips Logo Online Redaktion, 20.09.2026 06:00

OÖ. Nach einem Schlaganfall oder bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung spielt Bewegung eine wichtige Rolle. Physiotherapeuten unterstützen Menschen dabei, ihre Beweglichkeit und Belastbarkeit zu verbessern und körperliche Aktivität wieder sicher in ihren Alltag zu integrieren. 

Eine Physiotherapeutin bei der Arbeit (Foto: Louis-Paul Photo/stock.adobe.com)
Eine Physiotherapeutin bei der Arbeit (Foto: Louis-Paul Photo/stock.adobe.com)

Der Welt-Physiotherapie-Tag im September rückt die Rolle der Physiotherapie und körperlichen Aktivität bei der Prävention, Behandlung und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen in den Mittelpunkt. Die zentrale Frage dabei ist, wie eine gute physiotherapeutische Begleitung über verschiedene Bereiche der Gesundheitsversorgung hinweg gelingt.

Vom Krankenhaus bis in den Alltag

Nach einem Schlaganfall oder einem akuten Herz-Kreislauf-Ereignis beginnt Physiotherapie häufig bereits im Krankenhaus. Physiotherapeuten erfassen systematisch die Beweglichkeit, Belastbarkeit und Atemfunktion, unterstützen erste Bewegungsaktivitäten und leiten Maßnahmen wie die Erstmobilisation oder die Verbesserung der Atemfunktion ein.

Diese ersten Schritte bilden die Grundlage für die weitere physiotherapeutische Begleitung. Dabei orientiert sich Bewegung immer an den individuellen Voraussetzungen der Patienten. Allerdings reicht die Empfehlung „mehr Bewegung“ nicht aus. Wie viel und welche Bewegung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Neben Blutdruck oder Puls beurteilen Physiotherapeuten deshalb auch, wie Menschen auf körperliche Belastung reagieren und welche Aktivitäten im Alltag möglich sind.

Auch äußere Bedingungen gewinnen an Bedeutung. Hohe Temperaturen können Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich belasten. Bewegungsberatung muss deshalb berücksichtigen, wann, wo und unter welchen Bedingungen körperliche Aktivität sicher möglich ist.

Digitale Möglichkeiten ergänzen die persönliche Betreuung. Aktivitätsdaten und ausgewählte Gesundheitswerte lassen sich auch zwischen persönlichen Terminen beobachten. Physiotherapeuten erkennen dadurch Veränderungen frühzeitig und berücksichtigen sie bei der weiteren Betreuung.

Übergänge gut gestalten

Eine besondere Herausforderung stellt der Wechsel zwischen Krankenhaus, Rehabilitation und weiterer Betreuung zum Beispiel zu Hause dar. Da die Rehabilitation häufig in mehrere aufeinanderfolgende Phasen gegliedert ist, können an den Übergängen zwischen den einzelnen Versorgungsbereichen Unterbrechungen und Informationslücken entstehen.

Informationen über Belastbarkeit, bisherige Fortschritte, Therapieziele und den aktuellen Unterstützungsbedarf sollten daher kontinuierlich verfügbar sein. Physiotherapeuten können dazu beitragen, diese Übergänge zu unterstützen und eine möglichst nahtlose Weiterführung der Therapie zu ermöglichen, indem sie die Patienten in diesem Prozess therapeutisch begleiten und informieren.

„Hier liegt eine große Chance für die Physiotherapie: Eine koordinierende Person könnte die Patienten auf ihrem Weg durch die verschiedenen Bereiche der Versorgung begleiten, wichtige Informationen zusammenbringen und dafür sorgen, dass die Behandlung auch beim Wechsel von einer Einrichtung oder Behandlung zur nächsten gut weitergeht“, sagt Reinhard Beikircher, Leiter des Studiengangs Physiotherapie an der FH Gesundheitsberufe OÖ.

Langfristig in Bewegung bleiben

Der Studiengang Physiotherapie der FH Gesundheitsberufe OÖ bereitet angehende Physiotherapeuten gezielt auf ihre Schnittstellenrolle vor. Durch die enge Verbindung mit regionalen Gesundheitseinrichtungen und ein breites Netz an Praktikumsstellen lernen Studierende unterschiedliche Versorgungsbereiche kennen. Studierende entwickeln dadurch bereits in der Ausbildung ein Verständnis für die gesamte Versorgungskette.Physiotherapeutische Begleitung endet nicht zwangsläufig nach der ersten Versorgung oder Abschluss einer Rehabilitation. Freiberufliche Physiotherapeuten sowie Physiotherapeuten in Primärversorgungseinheiten und anderen wohnortnahen Angeboten unterstützen Menschen dabei, Bewegung langfristig in ihren Alltag zu integrieren.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Zahl der Therapieeinheiten. Entscheidend ist, dass Menschen möglichst selbstständig und langfristig aktiv bleiben. Gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen leistet die Physiotherapie einen wichtigen Beitrag dazu.


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