Asiatische Hornisse rückt näher an Oberösterreich - Verdachtsfälle melden
OÖ/BEZIRK BRAUNAU. In Oberösterreich gibt es derzeit noch keinen bestätigten Fund der Asiatischen Hornisse. Nach Nachweisen in Westösterreich bereiten sich Land, Bienenzentrum und Imker aber auf ein mögliches Auftreten vor. Besonders aufmerksam ist man im Bezirk Braunau.

Die Asiatische Hornisse breitet sich in Europa weiter aus und wurde inzwischen auch in Österreich nachgewiesen. In Oberösterreich selbst gibt es laut Land derzeit noch keinen bestätigten Fund. Fachstellen wollen dennoch vorbereitet sein, falls die invasive Art auch hier auftaucht.
Dafür wurde bereits 2024 eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Beteiligt sind unter anderem das Land OÖ, der OÖ Landesverband für Bienenzucht, das Bienenzentrum OÖ und der Erwerbsimkerbund. Gemeinsam werden Maßnahmen zur Früherkennung, Nestsuche und Bekämpfung abgestimmt.
„Nicht warten, bis sie da ist“
„Bei der Asiatischen Hornisse gilt: Wir dürfen nicht warten, bis sie da ist“, sagt Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP). Die Art könne Bienenvölker und heimische Insekten schwächen sowie Probleme im Obst- und Weinbau verursachen.
Daher wurde auch bereits 2024 eine Arbeitsgruppe, koordiniert von Theresa Frühwirth, Leiterin des Bienenzentrums OÖ. „Gemeinsam werden Maßnahmen zur Früherkennung, Nestsuche und Bekämpfung der Asiatischen Hornisse abgestimmt und laufend weiterentwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Koordination von Kommunikations- und Meldewegen, der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Klärung organisatorischer und finanzieller Rahmenbedingungen.“
Praxisübung im Bezirk Braunau
Besonders im Bezirk Braunau werden laut OÖ Landesverband für Bienenzucht Vorbereitungen getroffen. „Da sich die Asiatische Hornisse über Bayern zunehmend Oberösterreich nähert und die bisherigen Nachweise bereits bis auf rund 50 Kilometer an die oberösterreichische Grenze heranreichen, setzen wir insbesondere im Bezirk Braunau auf gezielte Vorbereitungsmaßnahmen“, so Herbert Vitzthum, Präsident des OÖ Landesverbandes für Bienenzucht.
Am 9. Oktober ist in Lochen am See eine Praxisübung geplant. Dabei sollen unter anderem das Erkennen der Hornisse, die Dokumentation von Funden sowie die Suche nach Nestern trainiert werden. „Parallel dazu bauen wir regionale Expertinnen und Experten auf und schaffen die notwendige technische Ausstattung an.“
Auch Bevölkerung ist gefragt
Die Bevölkerung ist ebenfalls gefragt. Wer ein verdächtiges Tier oder ein mögliches Nest entdeckt, soll dieses aus sicherer Entfernung fotografieren und melden. Nester sollten keinesfalls selbst entfernt werden. Auch die AGES warnt davor, sich Nestern zu nähern oder diese eigenständig zu beseitigen.
„Gerade im Herbst steigt die Wahrscheinlichkeit, Nester der Asiatischen Hornisse zu entdecken. Mit dem Laubfall werden die oft sehr großen Nester sichtbar, die sich meist hoch oben in Bäumen befinden und während der Vegetationsperiode schwer zu erkennen sind“, unterstreicht Vitzthum.
Meldestellen
Verdachtsfälle können über die bundesweite Plattform velutina-melden.at gemeldet werden. Zusätzlich stehen in Oberösterreich die Hotline des OÖ Landesverbandes für Bienenzucht (0732 73 20 70 90) sowie die E-Mail-Adresse velutina@bzv-ooe.at zur Verfügung.








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