Zukunft.HR diskutiert Haltung in Unternehmen
OÖ/ST. FLORIAN. Künstliche Intelligenz ist kein Jobkiller, aber sie verändert die Arbeit. Wie Unternehmen darauf reagieren können, war eines der zentralen Themen bei der Zukunft.HR im Stift St. Florian. 421 Vertreter aus dem Personalbereich nahmen an der Veranstaltung der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria teil.

Personalabteilungen hätten in Zeiten ständigen Wandels eine strategische Schlüsselfunktion, sagte Geschäftsführer Werner Pamminger. Das Motto der Zukunft.HR lautete „Mit Haltung voran!“. Gemeint sind klare Werte, verlässliche Führung und der Umgang mit neuen Technologien und unterschiedlichen Generationen im Betrieb.
Worte sollen ernst nehmen
Sascha Friesike, Direktor des Weizenbaum-Instituts, warnte vor leeren Phrasen. „Sprache ist das Betriebssystem, auf dem wir alle Veränderungen verhandeln“, sagte er. Der Satz „Wir müssen die Leute mitnehmen“ sei eine solche Floskel. „Die Leute wollen nie mitgenommen werden, sie wollen ernst genommen werden.“ Sein Appell: „Denken wir wieder stärker darüber nach, was wir sagen.“
Werte im Arbeitsalltag
Werte dürften nicht nur auf Plakaten oder Folien stehen, sagte Manfred Luger, Leiter der Abteilung Human Capital Management bei Business Upper Austria. Führungskräfte müssten sie im Alltag vorleben. Bei Greiner fließen Werte laut Saori Dubourg und Alexander Rechberger in Entscheidungen und Arbeitsabläufe ein. Schichtleiter hätten dabei eine wichtige Rolle, weil sie strategische Themen bei Übergaben und Mitarbeitergesprächen verständlich vermitteln.
Die Fritz Holter GmbH setzte auf Befragungen und Messungen statt auf Bauchgefühl. Das Unternehmen untersuchte wichtige Erfahrungen der Mitarbeiter im Arbeitsalltag. Innerhalb von zwölf Monaten seien die Bindung der Mitarbeiter gestiegen, die Fluktuation gesunken und offene Stellen schneller besetzt worden. Dadurch habe das Unternehmen mehrere Millionen Euro gespart.
KI verändert Aufgaben
Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gehe es weniger um den Verlust von Arbeitsplätzen als um Veränderung, sagte Luger: „KI ist kein Jobkiller. Belegschaften werden anders eingesetzt, es bleibt mehr Zeit für andere Dinge.“ Gerhard Kürner von 506.ai sprach von einem „Transformationsproblem“. Entscheidend sei, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter qualifizieren, Arbeit neu organisieren und den Wandel gestalten.
Dirk Finning von Kühne+Nagel sieht großes Potenzial vor allem bei datenbasierten Entscheidungen, Automatisierung und Wissensmanagement. Anwendungen im Personalbereich reichen laut ihm von Stellenanzeigen bis zu Einschulung und Nachfolgeplanung.
Konflikte entstehen durch Erwartungen
Auch das Zusammenarbeiten verschiedener Generationen war Thema. Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung sagte, Konflikte entstünden weniger durch tatsächliche Unterschiede als durch Erwartungen und Zuschreibungen. Er forderte, jungen Mitarbeitern nicht gleich zu Beginn alle Vorteile zu bieten: „Wenn man sich einen Job ,verdienen‘ muss, ist er am Ende mehr Wert.“
Martina Hamedinger, Beiratssprecherin der Abteilung Human Capital Management, zog ein Fazit: Viele Unternehmen stünden vor ähnlichen Herausforderungen. Der Austausch über Erfahrungen und gute Beispiele könne helfen, schneller zu lernen und bessere Entscheidungen zu treffen.








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