Neues Hüftgelenk und am gleich Tag wieder nach Hause: Premiere am Ordensklinikum Linz
OÖ/LINZ/DIETACH. Das Ordensklinikum Linz hat erstmals eine Hüftgelenksersatz-Operation ambulant durchgeführt. Der 41-jährige Mirzet Hurem aus Dietach wurde von Primar Reinhold Ortmaier, Leiter der Orthopädie am Standort Barmherzige Schwestern, operiert und konnte das Spital noch am selben Tag verlassen. Es war die erste ambulante Hüftgelenksersatz-OP in Oberösterreich.

Wer vor Jahren eine neue Hüftprothese bekommen hat, war bis zu zehn Tage stationär im Krankenhaus. Durch moderne und minimalinvasive Operationsmethoden mit mus-kelschonenden Zugängen sieht die Zukunft der Endoprothetik nun deutlich anders aus.
„Die ambulante Hüftprothese ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Weiterentwicklung moderner Operations- und Behandlungskonzepte. Dieser tagesklinische Eingriff ermöglicht eine sichere OP-Methode, eine schnelle Mobilisierung und die Genesung in den eigenen vier Wänden“, so Primar Reinhold Ortmaier.
Wer kommt infrage?
Nicht alle eignen sich für eine ambulante Hüftprothese. Voraussetzung ist ein insgesamt guter Gesundheitszustand. „Entscheidend ist die sorgfältige Auswahl von geeigneten Patienten sowie die enge interdisziplinäre Betreuung vor, während und nach der Operation. Damit bringen wir ein international bewährtes Behandlungskonzept erstmals nach Oberösterreich.“
Oberarzt Lukas Pichler, Teil des Operationsteams, nennt weitere Details: „Geeignet sind vor allem Menschen ohne schwere Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen sowie ohne andere relevante chronische Vorerkrankungen. Auch hohes Alter oder starkes Übergewicht können ein Ausschlusskriterium sein.“
Auch eine rasche Mobilisierung nach der OP müsse möglich sein und alle Entlassungs-Kriterien müssten erfüllt sein. „Dazu zählen unter anderem sicheres Gehen, das Bewältigen von Stufen sowie ein insgesamt stabiler Allgemeinzustand“, so Pichler weiter. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff zu Hause von einer Betreuungsperson versorgt werden kann.
OP-Dauer 30 bis 40 Minuten
Eine ambulante Operation der Hüftprothese dauert etwa 30 bis 40 Minuten, erfolgt in Kurznarkose oder mittels Kreuzstich. Der Hautschnitt ist mit acht bis zehn Zentimeter deutlich kleiner als früher. Am Tag nach der OP erfolgt eine erste Kontrolluntersuchung am Ordensklinikum Linz. In den ersten vier Wochen nach dem Eingriff werden zur Sicherheit Stützkrücken verwendet. Bewegung ist ausdrücklich erwünscht, da sie die Genesung unterstützt und den Heilungsprozess fördert.
Bei Patient Mirzet Hurem verlief alles nach Wunsch. Auch die Kontrolluntersuchung am folgenden Tag zeigte keine Auffälligkeiten.
Ausbau der Fast-Track-Chirurgie im Ordensklinikum
An der Betreuung bei dem neuen Fast-Track-Konzept für die ambulante Hüftprothese wirken neben dem Operationsteam auch Anästhesie, Pflege, Physiotherapie und die orthopädische Ambulanz mit. „Die gelungene Premiere zeigt, wie moderne Operationsverfahren und das abgestimmte Zusammenspiel aller beteiligten Berufsgruppen im Ordensklinikum Linz eine sichere ambulante Versorgung ermöglichen. Gemeinsam mit unserem Patienten freut sich das gesamte Behandlungsteam über diesen Meilenstein, ab jetzt folgen weitere Eingriffe“, so Ortmaier.
„Wichtiger Schritt für Gesundheitsstandort“
„Unser Ziel ist es, die bestmögliche Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau zu bieten und gleichzeitig den Krankenhausaufenthalt so kurz und angenehm wie möglich zu gestalten. Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Verlauf dieser ersten Operation und danken dem gesamten interdisziplinären Team für sein großes Engagement“ so die Geschäftsführer des Ordensklinikum Linz, Walter Kneidinger und Stefan Meusburger.
„Die ambulante Hüftprothese zeigt, was moderne Medizin heute möglich macht. Dass wir diese innovative Behandlung nun nach Oberösterreich bringen, ist ein wichtiger Schritt für unseren Gesundheitsstandort. Mir ist wichtig, dass die Menschen in Oberösterreich auf eine hochwertige medizinische Versorgung vertrauen können – und dass wir gleichzeitig offen für neue Wege und Innovationen sind, die den Patientinnen und Patienten zugutekommen“, unterstreicht Gesundheits-Landesrätin, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).
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