Einigung im Handel: im Schnitt 7,3 Prozent Gehaltspuls

Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 30.11.2022 12:02 Uhr

Ö/OÖ. Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 430.000 Angestellten und Lehrlinge im Handel haben mit einer Einigung geendet, damit ist auch ein möglicher Warnstreik vom Tisch. Im Schnitt steigen die Gehälter um 7,31 Prozent, mindestens um 145 Euro.

Die Gehälter der 430.000 Angestellten des Handels steigen um 7 Prozent und mindestens 145 Euro. „Dies bedeutet eine durchschnittliche Erhöhung der Gehälter um 7,31 Prozent. Durch den Mindestbetrag bedeutet dies eine Erhöhung um bis zu 8,67 Prozent“, teilt der Gewerkschaftsbund mit. Das Einstiegsgehalt wird um 8,06 Prozent angehoben, von derzeit 1.800 Euro auf 1.945 Euro. Die bestehenden Überzahlungen bleiben aufrecht. Die Lehrlingseinkommen werden im ersten Lehrjahr auf 800 Euro, im zweiten Lehrjahr auf 1.025 und im dritten Lehrjahr auf 1.350 Euro angehoben, das bedeute einer Erhöhung zwischen 8 und 9,6 Prozent.

Einmalzahlung vom Tisch

„Für uns war es sehr wichtig, dass wir einen dauerhaft wirksamen Gehaltsabschluss über der zugrunde gelegten Inflationsrate für alle und eine stärkere Anhebung der unteren Gehaltsgruppen erreichen konnten. Eine Einmalzahlung wäre auf Perspektive ein riesiges Verlustgeschäft für die Beschäftigten gewesen. Es steht ja den Handelsbetrieben frei, zusätzlich zur kollektivvertraglichen Erhöhung steuerfreie Prämien auf betrieblicher Ebene zu gewähren“, so die Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA, Helga Fichtinger.

Streik vom Tisch

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hatte der Teilgewerkschaft GPA wie berichtet bereits eine Streikfreigabe erteilt. Wenn es in der nun erfolgten Verhandlungsrunde zu keinem „akzeptablen Ergebnis“ gekommen wäre, wären am 2. und 3. Dezember Warnstreiks im Handel abgehalten worden.

„Ohne den Druck der Betriebsversammlungen und die Streikbereitschaft wäre dieser Abschluss nicht möglich gewesen. Vor einer Woche standen wir noch bei einem Angebot von vier Prozent. Daher gebührt den tausenden Beschäftigten, die in den letzten Wochen betrieblich aktiv wurden, großer Dank. Engagement und Organisierung zahlen sich aus“, so der Vorsitzende des GPA Wirtschaftsbereichs Handel, Martin Müllauer.

Trefelik: Zwei Varianten vorgelegt

„Die Verhandlungen waren schwierig und zäh, haben aber im fünften Anlauf doch noch zu einem Ergebnis geführt und wir konnten einen Abschluss erreichen“, so Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). In der fünften Runde haben die Arbeitgeber ein duales Angebot mit zwei Varianten vorgelegt: Variante Eins hätte sich aus einer Erhöhung der KV-Tafel um fünf Prozent plus einer Prämie von drei Prozent zusammengesetzt. Variante Zwei beinhaltete die lineare Erhöhung um sieben Prozent.

Trefelik findet es „bedauerlich“, dass sich die Gewerkschaft für die Variante mit der linearen Erhöhung entschieden habe, seiner Meinung nach hätte das andere Modell unterm Streich mehr gebracht, mit einem Nettovorteil für die Arbeitnehmer bei der Prämie.

Handelsverband: „Massive Herausforderung“

Der Handelsverband nehme die Einigung der Sozialpartner zur Kenntnis, der Abschluss sei für die Händler aber eine massive Herausforderung. Das ausverhandelte Plus sei die absolute Oberkante, was auch viele Händler überfordern würde.

„Trotz der schwierigen Ausgangslage und der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen von Teuerung und Energiekrise geben die heimischen Händler ihren Beschäftigten mit der heutigen KV-Einigung Halt und Planungssicherheit. Der großzügige Sieben-Prozent-Abschluss wird die Inflation mehr als ausgleichen, wenngleich jeder Euro mehr bei den Personalkosten den Handelsbetrieben in der Substanz fehlen wird“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

„Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen nun geeint um den Erhalt der Arbeitsplätze im österreichischen Handel kämpfen. Die deutliche Erhöhung des Mindestgehalts auf 1.945 Euro macht die Attraktivität der Branche auch in Zahlen deutlich. Generell ist diese Tariferhöhung ein Zeichen der Dankbarkeit an die Beschäftigten, die in den letzten drei Pandemie-Jahren außergewöhnliches geleistet haben“, so Will.

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