Oberösterreichs Industrie erwartet stabilere Beschäftigung
OÖ/LINZ. Die oberösterreichische Industrie beurteilt ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin zurückhaltend. Der Ausblick auf die kommenden sechs Monate hat sich dagegen verbessert. Das zeigt die Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung OÖ (IV OÖ) für das dritte Quartal 2026, an der 89 Unternehmen mit insgesamt rund 114.000 Beschäftigten teilnahmen. Erfreulich: Weniger oö. Industrie-Unternehmen planen einen Personalabbau.

Das Konjunkturbarometer bleibt auch im dritten Quartal im positiven Terrain und stieg gegenüber dem Vorquartal von 1,1 auf 4,1 Punkte. Es errechnet sich aus dem Mittelwert der Bewertung der aktuellen Geschäftslage und der Erwartungen für die kommenden sechs Monate.
Aktuelle Lage weiter im Minus
Das national und international anhaltend herausfordernde wirtschaftliche und politische Umfeld führt dazu, dass die aktuelle Geschäftslage weiterhin keine positive Entwicklung zeigt. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage blieb mit minus 13 Punkten nahezu unverändert.
Erfreulich ist hingegen, dass sich die positive Erwartungshaltung zwar erneut um ein weiteres Quartal in die Zukunft verschiebt, aber trotz aller Widrigkeiten erhalten bleibt. Die Erwartung für die Geschäftslage in sechs Monaten verbesserte sich von 16 auf 20 Punkte.
„Optimismus stabil vorhanden“
„Seit zwei Jahren zeigt sich das ungewöhnliche Bild, dass die aktuelle Lage schlechter beurteilt wird als der Ausblick auf die nächsten sechs Monate. Der Optimismus für einen Aufwärtstrend ist stabil vorhanden, hat sich aber noch nicht in einer nachhaltig verbesserten Unternehmensentwicklung materialisiert. Das liegt einerseits an den zahllosen globalen Herausforderungen und anderseits an fehlenden heimischen Strukturreformen, die das Vertrauen in den Standort Österreich wieder stärken würden“, analysiert IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch die Ergebnisse der Umfrage.
Weniger Unternehmen planen Personalabbau
Die positivste Nachricht dieser Konjunkturumfrage betrifft den Arbeitsmarkt. Das große Sorgenkind der letzten Jahre – die Entwicklung des Beschäftigtenstands in drei Monaten – liegt mit -2 Punkten nach -26 Punkten im Vorquartal erstmals seit mehr als drei Jahren nahe der Nulllinie.
Nur mehr 13 Prozent der Firmen planen demnach einen weiteren Personalabbau. Zehn Prozent planen einen Personalaufbau und 77 Prozent eine gleichbleibende Mitarbeiterzahl. Haindl-Grutsch sieht darin die Hoffnung, dass die Verkleinerung der Belegschaften in der oberösterreichischen Industrie zu Ende geht.
Aufwärtstrend bei Aufträgen
Der Auftragsbestand lag laut Barometer mit neun Punkten weiterhin im positiven Bereich, sank aber gegenüber dem Vorquartal um zehn Punkte. Bei den Auslandsaufträgen blieb der Wert mit 14 Punkten weitgehend stabil. Für die Produktionstätigkeit in drei Monaten stieg der Erwartungswert von sechs auf elf Punkte.
Die aktuelle Ertragssituation bewerteten die Unternehmen mit minus 19 Punkten weiterhin negativ (nach minus 22 Punkten). Für die erwartete Ertragslage in sechs Monaten verbesserte sich der Wert von elf auf 15 Punkte.
Forderung nach „Super-Abschreibung“ als Investitionsanreiz
Neben den Umfrageergebnissen verweist die IV OÖ auf die zunehmende Bedeutung von künstlicher Intelligenz und Robotik für die Produktion. Für Investitionen in neue Technologien fordert Haindl-Grutsch eine dauerhafte, technologieoffene „Super-Abschreibung“. Diese sei für die Industrie in Oberösterreich jetzt „das wirksamste standortpolitische Instrument.“
Durch eine Super-Abschreibung würden laut IV OÖ Investitionen attraktiver, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe steige, es sei keine Förderbürokratie damit verbunden, die steuerliche Entlastung erleichtere die Finanzierung und habe zudem positive Effekte auf Wachstum und Beschäftigung.
„Eine Super-Abschreibung macht aus Steuergeld kein Förderprogramm, sondern einen Investitionsanreiz. Besser jetzt Roboter abschreiben als morgen den Industriestandort“, so Haindl-Grutsch.








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