Oberösterreich und Bayern grenzüberschreitend gemeinsam gegen Hochwasser
OÖ/BAYERN. Ein neues EU-Projekt soll die Zusammenarbeit bei Hochwassereinsätzen über die Grenze hinweg verbessern. Feuerwehren, Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz und Behörden aus Oberösterreich, Salzburg und Bayern wollen gemeinsam planen und üben. Das neue Interreg-Projekt „Hochwassergefahrenabwehr“ läuft bis Mitte 2028.

Im Mittelpunkt stehen die Regionen entlang von Inn, Salzach und Donau. Bei größeren Hochwasserereignissen sollen sich die beteiligten Stellen künftig besser gegenseitig alarmieren und unterstützen können. Das Land OÖ übernimmt die Leitung des Projekts.
„Extremwettereignisse und Hochwasser machen nicht vor Landesgrenzen Halt. Umso wichtiger ist die grenzüberschreitende Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen, Katastrophenschutz und Feuerwehren. Mit dem Interreg-Projekt setzen wir genau hier an und können dadurch die Bevölkerung im Ernstfall noch besser schützen“, so Landesrat Stefan Kaineder und Landtagsabgeordnete Brigitte Huber-Reiter (beide Grüne).
„Mit diesem Projekt sorgen wir dafür, dass Feuerwehren, Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz und Behörden in Oberösterreich, Salzburg und Bayern gemeinsam planen, gemeinsam üben und im Ernstfall dieselbe Sprache sprechen. Das Land OÖ übernimmt hier als Leadpartner gerne Verantwortung, denn gute Vorbereitung schützt Menschen, Häuser und ganze Regionen“, so auch Landtagsabgeordneter Klaus Mühlbacher (ÖVP), der in Vertretung von Feuerwehr-Landesrätin Michaela Langer-Weninger am Kickoff-Termin teilnahm.
Großübung und Training mit Simulationen
Geplant ist auch eine grenzüberschreitende Großübung, bei der Einsatzkräfte aus Oberösterreich und Bayern gemeinsam Hochwasserszenarien durchspielen. Ergänzend soll eine Virtual-Reality-Anwendung Hochwassersituationen für die Ausbildung simulieren.
Ein gemeinsames Feuerwehr-Fachlexikon soll dazu beitragen, Missverständnisse bei der Kommunikation zu vermeiden. Auch Ausbildungsgrundlagen und Transportlogistik sollen aufeinander abgestimmt werden.
Container für Schulungsmaterial
Nicht nur Wissen, auch Ausrüstung soll künftig leichter über die Grenze kommen. Zwei neue Abrollcontainer – einer in Oberösterreich, einer in Bayern – machen es möglich, Schulungsmaterial und Hochwassermodelle schnell dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden, ohne bürokratische Hürden.
„Ein Projekt wie dieses lebt nicht nur von Konzepten, sondern vor allem vom Wissen aus der Praxis. Die Feuerwehren und Einsatzorganisationen wissen am besten, wo Abläufe funktionieren, wo es Schwierigkeiten gibt und wo wir noch besser werden können“, betont die stellvertretende Landrätin des Landkreises Rottal-Inn, Anna Nagl.
Bewährte Partnerschaft wird ausgebaut
Landes-Feuerwehrkommandant, Feuerwehrpräsident Robert Mayer verweist auf die bewährte Partnerschaft zwischen OÖ und Bayern: „Bei großen Hochwasserereignissen müssen sich unsere Einsatzkräfte auch über Landesgrenzen hinweg aufeinander verlassen können. Mit diesem Projekt bauen wir auf einer bewährten Partnerschaft auf und entwickeln die Zusammenarbeit gezielt weiter. Gemeinsame Ausbildungsgrundlagen und eine abgestimmte Transportlogistik helfen uns, Erfahrungen und Lehrmittel besser zu nutzen und unsere Feuerwehren auf künftige Hochwassereinsätze vorzubereiten.“
Informationen für die Bevölkerung
Neben der Ausbildung der Einsatzkräfte sieht das Interreg-Projekt auch die Einbindung und Angebote für die Bevölkerung vor.
Die Internetplattform hochwasserwissen.info wird ausgebaut und um grenzüberschreitende Informationen erweitert. Geplant sind außerdem Workshops, Veranstaltungen und interaktive Angebote, insbesondere für Kinder und Jugendliche.
Auch eine interaktive „Hochwassererlebniswelt“ ist in Planung. Die Ausstellung soll zeigen, wie Hochwasser entsteht, welche Kräfte dabei wirken und welche Schutzmöglichkeiten es gibt.
Am EU-geförderten Projekt sind neben dem Land OÖ der Oberösterreichische und der Salzburger Landesfeuerwehrverband, der bayerische Landkreis Rottal-Inn sowie der Verein Energiewende Linz beteiligt.








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