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OÖ. Die Arbeitslosigkeit in Oberösterreich ist laut aktuellen Zahlen des AMS OÖ leicht gestiegen. Besonders Frauen und ältere Menschen sind weiter betroffen. Gleichzeitig melden die Betriebe wieder mehr offene Stellen. Auch zwischen den Bezirken gibt es deutliche Unterschiede.

 (Foto: HelgaQ/stock.adobe.com)
(Foto: HelgaQ/stock.adobe.com)

Ende Oktober 2026 waren in Oberösterreich 36.755 Menschen beim Arbeitsmarktservice (AMS) als arbeitslos gemeldet. Das sind um 790 Personen beziehungsweise 2,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei fünf Prozent. Damit hat Oberösterreich nach Salzburg (4,9 Prozent) die zweitniedrigste Arbeitslosenquote Österreichs. Bundesweit beträgt sie 7,3 Prozent.

Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt unterschiedlich

AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt verweist auf die unterschiedlichen Entwicklungen am Arbeitsmarkt. „Der oberösterreichische Arbeitsmarkt zeigt auch in einem herausfordernden Umfeld seine Stärke. Allerdings zeigen sich sowohl regional als auch bei betroffenen Personengruppen große Unterschiede.“

Und weiter: „Positiv entwickelt sich die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes bei Männern, vor allem in technisch-handwerklichen Bereichen. Von sinkender Personalnachfrage betroffen sind die Berufsgruppen Rechts-, Verwaltungs- und Büroberufe, sowie Gesundheit und Handel. Dies führt zu einem weiteren Anstieg von höher qualifizierten Arbeitssuchenden und generell von Frauen.“

Ein weiteres Problem bleibt die Langzeitarbeitslosigkeit. Insgesamt 11.376 Menschen sind bereits längere Zeit ohne Beschäftigung. Das entspricht einem Anstieg von 14 Prozent gegenüber Oktober 2025. Hier verlangsame sich der Anstieg allerdings im bisherigen Jahresverlauf, so Schmidt.

Frauen und ältere Menschen besonders betroffen

Während die Arbeitslosigkeit bei Männern um 1,1 Prozent auf 18.963 Personen zurückging, stieg sie bei Frauen um sechs Prozent auf 17.792 Personen.

Deutlich zugenommen hat auch die Arbeitslosigkeit bei Menschen ab 60 Jahren. In dieser Altersgruppe waren 3.345 Personen ohne Job, um 15,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mehr offene Stellen in Oberösterreich

Trotz der steigenden Arbeitslosigkeit suchen viele Unternehmen Personal. Beim AMS waren Ende Oktober 19.422 offene Stellen gemeldet, um 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders in der Warenherstellung stieg die Zahl der offenen Stellen um 10,5 Prozent. Im Gesundheits- und Sozialwesen ging sie dagegen um 19,3 Prozent zurück.

Insgesamt waren im Oktober rund 698.000 Menschen in Oberösterreich unselbstständig beschäftigt. Das sind um 1.013 Personen mehr als vor einem Jahr.

Unterschiede zwischen den Bezirken

Regional entwickelt sich der Arbeitsmarkt unterschiedlich. In Linz waren 10.462 Menschen arbeitslos, um 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. In Wels und im Bezirk Kirchdorf wird ein Plus von 8,3 Prozent zum Vorjahr verzeichnet, im Bezirk Rohrbach ein Plus von 9,6 Prozent.

Rückgänge gab es hingegen in Braunau mit minus 8 Prozent und in Eferding mit minus 10,1 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnet Linz mit 7,3 Prozent, gefolgt von Steyr mit 7,2 Prozent und Wels mit sieben Prozent. Am niedrigsten liegt sie im Bezirk Rohrbach mit 2,1 Prozent.

Bei den Lehrstellen zeigt sich ebenfalls ein gemischtes Bild: 1.806 Jugendliche und junge Erwachsene waren im Oktober auf Lehrstellensuche, davon 1.065 sofort verfügbar (plus 119 oder 12,6 Prozent). Die gemeldeten offenen Lehrstellen lagen bei insgesamt 3.776, davon 1.507 sofort verfügbar (plus 64 oder 4,4 Prozent).

ÖVP: „Arbeitsmarkt hält sich stabil“

Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) verweisen darauf, dass die Zahl der Arbeitslosen in OÖ im Vergleich zum Vorjahr zwar gestiegen, im Vergleich zum Vormonat September 2026 aber leicht gesunken ist, um 501 Personen (1,3 Prozent).

„Die aktuellen Zahlen zeigen: Unser Arbeitsmarkt hält sich stabil, die Arbeitslosenquote ist im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Wir unterstützen Menschen dabei, Arbeit zu finden, und stärken die Betriebe, die Arbeitsplätze schaffen. Oberösterreich tut was – damit möglichst viele Menschen in Beschäftigung kommen“, so Stelzer.

 „Es ist entscheidend, Menschen rasch in Beschäftigung zu bringen und Qualifizierung dort zu stärken, wo Betriebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen“, so Achleitner.

SPÖ: „Schulungsmaßnahmen explizit für Frauen erweitern“

„Im Durchschnitt wirkt der Arbeitsmarkt stabil. Für Frauen und für Ältere gilt das nicht“, so SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Hans Karl Schaller. „Ich kann meine Forderung nur wiederholen: Angebote für Frauen müssen erhalten bleiben, wenn nötig mit Geld des Landes im Rahmen von upperWork. Ich hoffe der designierten Landesrätin Frauscher ist das ein größeres Anliegen. Sie muss dafür sorgen, dass die Situation nicht noch mehr kippt.“

Grüne: „Beratung, Qualifizierung und Beschäftigungsprojekte“

„Mehr Stellenangebote sind recht und gut. Aber sie helfen jenen nicht, die der Arbeitsmarkt offenbar nicht will“, so die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter. Auch für die oö. Grünen steht fest: „Nur mit Beratung, Qualifizierung und Beschäftigungsprojekten wird es gelingen, diese Menschen und Arbeitsplätze besser zusammenbringen.“ Ohne starke und finanziell gut ausgestattete Sozialorganisationen werde sich an dieser Entwicklung kaum etwas ändern. „Nur mit Beratung, Qualifizierung und Beschäftigungsprojekten wird es gelingen, diese Menschen und Arbeitsplätze besser zusammenbringen.“

NEOS fordern Tempo beim Ausbau der Kinderbetreuung

„Die Chancen am Arbeitsmarkt sind nach wie vor ungleich verteilt. Der mächtigste Hebel, den die Landespolitik dagegen in der Hand hat, ist der Ausbau der Kinderbildung und -betreuung“, fordert NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer hier mehr Tempo. Jede Familie solle einen hochwertigen, leistbaren und vollzeittauglichen Kinderbildungs- und -betreuungsplatz in Wohnortnähe bekommen können. „Niemand darf beruflich zurückstecken müssen, weil die Kinderbetreuung fehlt.“


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