Unternehmens-Insolvenzen legten 2016 in Oberösterreich um knapp zwei Prozent zu
BEZIRK PERG/OÖ. Nach drei Jahren Rückgang in Folge auf den niedrigsten Wert seit 20 Jahren stiegen die Insolvenzen bei Unternehmen heuer in Oberösterreich um knapp zwei Prozent an.

Heuer schlitterten 599 oberösterreichische Firmen in die Insolvenz, das waren um elf Fälle oder 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders häufig betroffen von Insolvenz sind Baufirmen. Hier wurden in ganz Oberösterreich 104 Pleiten in diesem Jahr gemeldet, dazu zählen auch die GLS Bau und Monage GmbH und die RW Montage GMBH – beide aus Perg. Großfälle wie die Baufirma GLS waren heuer jedoch die Ausnahme. Von der Insolvenz betroffen sind hauptsächlich kleine Gewerbebetriebe. Dadurch ist die Zahl der verlorenen Arbeitsplätze mit 2180 deutlich niedriger als vor einem Jahr, wo 3260 Dienstnehmer betroffen waren. Dies ist ein Rückgang um ein Drittel. Auch die Schäden für die Gläubiger sind heuer wesentlich geringer. Sie fordern in Summe 278 Millionen Euro von den Pleitefirmen, im Vorjahr waren es 406 Millionen Euro.
Die größten Unternehmens-Pleiten 2016:
GLS Bau und Montage GmbH, 4320 Perg
Schulden: 51,1 Mio. Euro
Beschäftigte: 221
HSS-High Service Solution GmbH, 4030 Linz
Schulden: 12 Mio. Euro
Beschäftigte: 35
RW Montage GmbH, 4320 Perg
Schulden: 10,4 Mio. Euro
Beschäftigte: 64
Schuster Sport- & Classiccars GmbH, 4871 Zipf
Schulden: 7,8 Mio Euro
Beschäftigte: 0
Privatinsolvenzen
1182 Privatkonkurse wurden heuer bei den oberösterreichischen Bezirksgerichten eröffnet. Das sind um 68 Fälle oder um 6,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und entspricht fast fünf Privatpleiten jeden Arbeitstag. Damit bleiben die Privatinsolvenzen in Oberösterreich auf einem hohen Niveau, erreichen aber nicht den Rekord, der im Jahr 2011 mit 1270 Verfahren aufgestellt worden ist.


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