Die Anliegen der alten Leute immer ernst genommen
PREGARTEN. 17 Jahre lang leitete Franz Prandstätter (61) das Bezirksseniorenheim Pregarten. „Mein Grundsatz war immer, die Anliegen der alten Menschen ernst zu nehmen“, sagt er im Tips-Gespräch.

Als „Mann der ersten Stunde“ war Prandstätter seit 1998 als Heimleiter tätig. „Wenn man wie ich alte Leute mag, ist das eine schöne Tätigkeit“, sagt der Pregartner. Seine 23-jährige Erfahrung als Standesbeamter am Gemeindeamt Pregarten habe ihm viel beim Umgang mit Bewohnern und Angehörigen geholfen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es etwas Schlimmes gegeben hat, womit wir nicht fertig geworden wären.“ Anliegen ernst zu nehmen, so eigenartig sie auch schienen, war Prandstätters Maxime. „Ein Bewohner, ein ehemaliger Finanzbeamter, glaubte zum Beispiel aufgrund seiner Demenz, jemand würde ihm aus seinem Kasten Kleidung stehlen“, erinnert sich der Neo-Pensionist. Anstatt es ihm auszureden, machte Prandstätter mit dem Bewohner eine fiktive Niederschrift, und er war wieder zufrieden. Stets ein offenes Ohr zu haben, empfiehlt er auch seiner Nachfolgerin (Bericht oben). „Für alle Zeit zu haben, ist zwar schwierig. Mir war es aber immer wichtig, öfter durch die Stationen zu gehen und neue Bewohner beim Einzug willkommen zu heißen, speziell wenn die Verzagtheit groß ist.“
Mehr Zeit wird Prandstätter in der Pension für sein Hobby haben. Der Pferdebesitzer ist Regimentskommandant des k.k. Landwehr-Ulanen-Regiment No. 6.


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