Schritt für Schritt zur Glücksmodellregion: Jetzt macht sich das Kernteam ans Werk

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 03.11.2016 22:00 Uhr

PUTZLEINSDORF. Ein Abschluss und zugleich der Beginn, die in den vergangenen drei Jahren erarbeitete Vision umzusetzen, war der Mittwoch Abend im Vitum Putzleinsdorf. Ein Kernteam übernahm dabei das Projekt vom Forschungsteam und bemüht sich jetzt, das Thema Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen zu verankern.

Drei Jahre lang begleitete ein Team des EU-Forschungsprojektes Glamurs/Lebensklima die Leaderregion Donau-Böhmerwald, arbeitete Fragebögen aus, führte persönliche Interviews und sprach mit Fokusgruppen, um Faktoren zu untersuchen, die nachhaltige Lebensweise beeinflussen, fördern oder auch hemmen. In insgesamt sieben europäischen Regionen fand so eine Fallstudie statt, das Projekt in der Region Donau-Böhmerwald war für das Forschungsteam eines der erfolgreichsten, meinte Ines Omann. „Die Zusammenarbeit zwischen Forschern, Akteuren und Bürgern war von hoher Qualität, begleitet von gegenseitiger Wertschätzung und der Motivation aller Beteiligten“, lobte sie.

Was das Mühlviertel ebenfalls von den anderen Regionen unterscheidet, ist die starke Einbindung der politischen Akteure. Zum Vergleich: In der Projektregion in Deutschland ist eine deutliche Skepsis gegenüber der Regierung und der Politik spürbar; auch in Italien funktioniert die Zusammenarbeit nicht so gut. Die Auswertung zeigte außerdem, dass sich weit mehr Menschen als anderswo freiwillig engagieren; dass viel recycelt wird; dass Lebensmittel hier wenig verschwendet werden, aber der Fleischkonsum besonders hoch ist; dass Energie und Wärme großteils aus Biomasse kommen; dass punkto Mobilität die Donau-Böhmerwaldler am unnachhaltigsten leben.

Die Zeit, die für ein nachhaltiges Leben aufgewendet wird, wird meist als „Qualitätszeit“ gesehen. Hinderlich beim Wandelprozess können ein Mangel an Zeit sein, der Mangel an Verständnis, Frustration, dass nichts weitergeht, oder das Gefühl, alleine kämpfen zu müssen. Alle gesammelten Schlüsselerkenntnisse werden zu Empfehlungen für Politik auf regionaler, nationaler und EU-Ebene ausgearbeitet.

Vision wird gelebt

Auch in der Region lebt die Vision weiter: In acht Themenbereichen, die in den vergangenen Wochen in den Tips vorgestellt wurden, soll Nachhaltigkeit verankert werden, sodass bis 2040 eine Glücksmodellregion entsteht. Darum nimmt sich jetzt ein lokales Kernteam an. Beim Projekt-Präsentationsabend machten sich diese 15 Leute gemeinsam mit den Anwesenden Gedanken, was die Region und die Menschen für eine gute Zukunft brauchen. „Wir sind jetzt voll motiviert und wollen das Erarbeitete umsetzen und mit bereits bestehenden Initiativen verbinden“, erklärte Teamleiterin LAbg. Ulrike Schwarz. Im Jänner wird es das nächste Treffen geben, bei dem ein Arbeitsprogramm erstellt wird. „Wir wollen das Thema Nachhaltigkeit und Glücksmodellregion weiter beleben und am Köcheln lassen, denn unsere Region ist es wert.“

In folgenden Themenbereichen soll Nachhaltigkeit verankert werden:

Werte & Lebensformen

Neue Formen von Arbeit

Ernährung

Energie & Wohnen

Nachhaltige Mobilität

Neue Formen von Bildung

Regionale Wirtschaft & Konsum

Voi Lebm- die Glücksmodellregion

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