„Kein Ruhmesblatt für ein Kulturland“
RIED. Das Kulturleben, von der Hoch- bis zur Subkultur, steht wahrscheinlich noch für längere Zeit still. Von der Regierung war dazu lange nichts zu hören. Eduard Geroldinger, Direktor der Landesmusikschule Ried, spricht über die Auswirkungen für die Veranstaltungen an der LMS.

Veranstaltungen wurden abgesagt, aber es gäbe nur wenige Unterlagen, wie es weitergeht. Geroldinger: „Jetzt kommt ein bisserl was, aber es ist kein Ruhmesblatt für ein Kulturland, dass es so lange gedauert hat.“
Jede Menge Absagen
Allein im Bereich der LMS, berichtet Geroldinger, wurden drei Kinderkonzerte, zwei Workshops für Kinder, drei Abendveranstaltungen, neun LMS-Konzerte, ein Jazz-Seminar, die monatlichen „offenen Bühnen“ im KiK und rund 60 Schülerkonzerte abgesagt. An diesen Veranstaltungen hängen normalerweise rund 60 Nächtigungen. Auch das achttägige Orchesterseminar des Euregio-Jugendorchesters mit 45 Teilnehmern, ein Komponistenwettbewerb und eine Frenzel-Veranstaltung sind abgesagt.
Podium für junge Künstler
„Wir sind auch ein Regionalversorger“, sagt Geroldinger, der auch den LMS-Kulturkreis und die Jeunesse-Geschäftsstelle leitet. „Unsere Konzerte sind ein Podium, um gerade auch junge Leute auftreten zu lassen, von Schülern bis zum Jungstar, dem eine große Karriere bevorsteht.“ Geroldinger hofft, dieses Podium bald wieder zur Verfügung stellen zu können – die Freiluftarena biete die Möglichkeit, Abstand zu halten. „Ich spüre schon die Sehnsucht von Leuten.“
Finanzierung
Ein großes Thema sei die Finanzierung. Der LMS-Kulturkreis arbeite als Veranstalter vor Ort ehrenamtlich, habe aber zum Beispiel Kosten für das neue Programm, das kurz vor dem Lockdown gedruckt wurde.
„Es gibt aber viele, die davon leben.“ Geroldinger nennt einen bekannten österreichischen Tenor, der jetzt in Wien Pizza ausfährt, um die Miete zahlen zu können. „Es gibt auch vor Ort Leute, um die ich mir Sorgen mache, wenn nicht bald Geld kommt. Selbstständige fallen derzeit durch.“
Kleine Formate vor Ort
Geroldinger hat aber noch Hoffnung: „Ich glaube, dass vor Ort kleine Formate möglich sind. Die 20-Quadratmeter-Vorschrift muss aber fallen. Mit vernünftigen Leuten kann man sicher ein vernünftiges Konzept erarbeiten.“
Der Unterreich in den Musikschulen fand zuletzt online statt. Beim Tanz oder musikalischer Früherziehung geht das aber nicht. „Die Königsdisziplin in der Musik ist das Miteinander. Es tut sehr weh, dass das jetzt nicht geht.“


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