SV Guntamatic Ried: „Von angespannter Situation kann keine Rede sein“
RIED. „Ein für alle Mal transparente Klarheit schaffen“ – mit diesem Ziel ging die SV Guntamatic Ried am Freitag an die Öffentlichkeit und reagierte damit auf, so der Verein, „willkürlich erhobene Vorwürfe, die dem Ansehen des Vereins nachhaltig schaden und mit denen Klubverantwortliche persönlich diffamiert werden“.

Was SVR-Finanzvorstand Roland Daxl, SVR-Organisationsvorstand Karl Wagner und der Vorstandsvorsitzende der Innviertler Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft ISG, Herwig Pernsteiner, präsentierten, ging tatsächlich weit über das hinaus, was Vereine sonst über ihre Interna freiwillig preisgeben. Daxl: „Wir legen Fakten auf den Tisch, die normalerweise den Mitgliedern vorbehalten sind.“
Für Daxl und den Verein steht fest: „Diese Anschuldigungen wurden zu Unrecht erhoben und jeder einzelne Kritikpunkt kann mit überprüfbaren Fakten entkräftet werden.“
Keine Finanzkrise
In den letzten zehn Jahren schrieb die SVR nur zwei Mal rote Zahlen – 2014/15 fast 1,2 Millionen Euro (zu dieser Zeit war Daxl nicht im Vorstand) und im Abstiegsjahr 2016/17 rund 278.000 Euro. Insgesamt, so Finanzvorstand Daxl, habe die SVR unter seiner Verantwortung etwa drei Millionen Euro Plus gemacht und das Eigenkapital seit 2009 um 1,86 Millionen Euro verbessert. Dem aktuellen Stand von minus 270.000 Euro stünden stille Reserven (Stadion, Trainingszentrum, Gebäude) in Höhe von rund 7,95 Millionen Euro gegenüber.
Die Bankverbindlichkeiten beliefen sich auf etwa 2,5 Millionen Euro, würden aber noch im Jänner durch eine noch ausstehende Förderungstranche des Landes von 320.000 Euro reduziert.
Landesförderungen
Dass für die SVR Landesförderungen vorzeitig ausgezahlt worden seien, stimme auch nicht – ganz im Gegenteil.
2012 hat die SV Ried beim Land ein Förderansuchen für mehrere Investitionsvorhaben (darunter der Bau des Trainingszentrums) in einer Höhe von 6,8 Millionen Euro gestellt. Vier Millionen Euro (vier Tranchen von je einer Million von 2014 bis 2017) wurden zugesagt, von denen aktuell noch 320.000 Euro offen seien. „Von einer kolportierten Vorauszahlung des Landes, um Liquiditätsengpässe abzufedern, kann also keine Rede sein“, erklärte SVR-Vorstand Wagner.
Korrekte Abwicklung
Roland Daxl wies noch einmal darauf hin, dass Strugl und der Rieder Bürgermeister Albert Ortig ihm am Tag der SVR-Weihnachtsfeier bestätigt haben, dass sowohl das Land als auch die Stadt die Verwendung der Fördermittel überprüft und als korrekt bestätigt hätten.
Vereinsbudget
Das Vereinsbudget für die laufende Saison liegt bei rund 4,2 Millionen Euro, von denen 3,1 Millionen auf den Profisektor entfallen. Der Anteil der Personalkosten liege laut Daxl etwas über 50 Prozent – zum Vergleich: In der Saison 2014/15 (als Oliver Glasner Trainer war und Spieler wie Trauner, Murg, Kragl, Janeczek, Filipovic für die SVR spielten) lag er bei fast 80 Prozent.
Pfandrecht
Das ominöse Pfandrecht der Oberbank über 625.000 Euro falle in die Zuständigkeit des SVR-Finanzgremiums von 2014/15 unter Peter Vogl. Karl Wagner: „Bei Projekten dieser Größenordnung ist es üblich, dass Banken eine Sicherheit wollen. Wäre der Klub damals in einer besseren finanziellen Situation gewesen, hätte man es vielleicht nicht benötigt.“
Auftragsvergabe
Die Auftragsvergabe beim Bau des Trainingszentrums leitete Herwig Pernsteiner. Der bestätigte: „Ausschreibung und Vergabe erfolgten transparent und zu den bestmöglichen Konditionen. Den Zuschlag erhielt der günstigste Anbieter.“ Dass dieser ein langjähriger Sponsor der SVR sei, habe die Verantwortlichen gefreut: „Es darf doch kein Sponsor für seine Unterstützung bestraft werden, indem man ihn von Ausschreibungen des Vereins ausschließt.“


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