ÖVP und FPÖ gewinnen stark, die Grünen sind die klaren Verlierer
BEZIRK RIED. Das vorläufige Ergebnis der Nationalratswahl 2017 (ohne Wahlkarten) für den Bezirk Ried steht fest: Die ÖVP gewinnt 5,25 Prozentpunkte dazu und erhält mit 35,84 Prozent die meisten Wählerstimmen. Die FPÖ gewinnt fast acht Prozentpunkte und ist mit 33,69 Prozent zweitstärkste Partei vor der SPÖ mit 19,74 Prozent, die nur leicht verliert.

Klarer Wahlverlierer sind die Grünen, die zwei Drittel ihrer Stimmen verlieren und von 9,85 auf 2,87 Prozent fallen. Von den fast sieben Prozentpunkten, die sie verloren, gehen nur 2,33 auf das Konto der Liste Pilz, die mit diesem Wert im Bezirk hinter den „originalen“ Grünen blieb. Der größere Teil der Wähler dürfte, wenn die Wählerstromanalysen richtig liegen, zur SPÖ gewandert sein.
Die NEOS können ihr Ergebnis von 2013 um etwa ein Drittel von 3,02 auf 4,13 Prozent verbessern.
Die anderen Parteien erreichten folgende Ergebnisse:
- GILT 0,78 Prozent,
- FLÖ 0,11 Prozent,
- KPÖ 0,34 Prozent,
- Weiße 0,17 Prozent,
- SLP 0,01 Prozent.
„Wunsch nach Änderung glaubwürdig transportiert“
„Sehr froh über das Ergebnis“ ist – wenig überraschend – der ÖVP-Bezirksobmann Alfred Frauscher. Offenbar, so seine Analyse, habe sich in der Bevölkerung die Überzeugung durchgesetzt, dass ein gewisser Stillstand eingetreten sei. „Diesen Wunsch nach Änderung hat Sebastian Kurz glaubwürdig transportiert.“ Jeder in der Partei sei „gerannt für unsere Sache“.
Wichtig seien jetzt die Koalitionsverhandlungen, „damit wir die Dinge, die wir versprochen haben, auch umsetzen können“. Frauscher: „Viele Sachen müssen wir vorurteilslos und mit Offenheit auf beiden Seiten angehen.“ Durch den Stillstand sei Österreich in der EU zurückgefallen; vor allem bei der Bürokratie seien viele Länder besser, ohne dass es den Bürgern deswegen schlechter gehe.
Ein gewisses Mitgefühl hat Frauscher mit den Grünen: „Rein demokratiepolitisch ist es gut, wenn sie im Parlament sind. Sie wurden unter ihrem Wert geschlagen, aber da ist viel zusammengekommen. Ich hoffe, dass sie es über die Wahlkarten noch schaffen.“
„Ergebnis war zu einem gewissen Grad zu erwarten“
FPÖ-Bezirksobmann Landesrat Elmar Podgorschek war am Montag schon wieder im Land im Einsatz. „Das Ergebnis war zu einem gewissen Grad zu erwarten. Aus unserer Sicht ist es natürlich sehr zufriedenstellend. Die ÖVP hat unsere Positionen 1:1 übernommen, das zeigt, dass sie mehrheitsfähig sind.“
Podgorschek hebt die gute Arbeit in der oberösterreichischen Landesregierung hervor: „Es hat bei uns durch die Regierungsbeteiligung keine Reibungsverluste beim Wahlergebnis gegeben.“
Der manchmal als Ministerkandidat gehandelte Landesrat Manfred Haimbuchner werde „definitiv nicht nach Wien gehen“. Podgorschek: „Wir lassen unser Landesregierungsteam, wie es ist.“
„Gemischte Gefühle“
SPÖ-Bezirksobmann Christian Makor sieht das Ergebnis mit „gemischten Gefühlen“. Im Vergleich zu anderen Regionen habe es die SPÖ im Innviertel traditionell schwer. „Die vorhergesagten schweren Verluste sind aber ausgeblieben. Bundesweit die Nummer Eins zu verlieren, ist aber bitter.“
Makor rechnet „mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit“ mit einer schwarz-blauen Bundesregierung. „Wir werden aber mit allen reden, wir haben ja nicht verloren.“
„Katastrophe, die zum Teil selbst verschuldet ist“
Max Gramberger, der Bezirkssprecher der Grünen, findet in seiner Analyse klare Worte: „Das Wahlergebnis ist für uns eine Katastrophe, die leider zum Teil selbst verschuldet ist.“
Innerparteilich seien viele Fehler passiert. „Da müssen wir schauen, dass man die nicht wiederholt.“ Es müsse jetzt eine gewisse Neuorientierung geben. „Die Auswirkungen auf die Landes- und Kommunalebene sind weitreichend, aber ich bin überzeugt, dass wir vor Ort weiterhin eine starke Stimme für ein friedliches Zusammenleben, für die Absicherung Schwacher und vor allem für eine konsequente, nachhaltige Umweltpolitik sein werden. Das zu beweisen haben wir jetzt noch einige Jahre Zeit.“


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