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BEZIRK PERG. Sabine Schatz wurde bei einer außerordentlichen Bezirkskonferenz der SPÖ Perg als Spitzenkandidatin des Bezirkes nominiert. Schatz wird ab Herbst die bisherige Nationalsratsabgeordnete Marianne Gusenbauer-Jäger im Parlament ablösen. Mit Tips sprach die neue Spitzenkandidatin über Herausforderungen und Ziele.
 

Foto: vowe
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TIPS:Wer oder was hat ihr politisches Bewusstsein geweckt bzw. was hat Sie überzeugt, sich als Sozialdemokratin zu positionieren?

Sabine Schatz: Politisch aktiv wurde ich mit 16 Jahren. Wir haben damals als Freundeskreis das Jugendzentrum Mauthausen in unserer Freizeit betrieben. Das hat mich auch zur Sozialistischen Jugend gebracht, wo ich dann viele Jahre in Mauthausen engagiert, auf Landes- und Bundesebene aktiv war. Der Weg zur SPÖ war dann eigentlich ein kurzer, weil die Sozialdemokratie für mich jene Partei ist, die auf der Seite jener Menschen steht, die es sich nicht richten können, für die es notwendig ist, dass Rahmenbedingungen zur Verfügung stehen, die Chancen und Möglichkeiten eröffnen und die im Falle des Falles ein solidarisches Sicherungsnetz brauchen. Das ist auch meine Motivation, mich politisch zu engagieren. Ich kann Ungerechtigkeit nicht ausstehen.

TIPS:Welche sind ihre Ziele/Pläne für das Mühlviertel?

Sabine Schatz: Unsere Gemeinden sind das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen, jene Orte, wo sie ihre Familien- und Freizeit und im besten Fall auch ihre Arbeitszeit verbringen. Zum einen geht es mir darum, die Gemeinden in ihrer Arbeit zu unterstützen und jene Möglichkeiten zu schaffen, die sie brauchen, um die notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Viele Menschen in unserem Bezirk pendeln täglich in die Ballungsräume zur Arbeit. Da ist einerseits ein saniertes gut ausgebautes Straßennetz wichtig, aber auch der dringend notwendig Neubau der Mauthausener Donaubrücke, der vor der Landtagswahl medienwirksam inszeniert angekündigt wurde, aber nach wie vor nicht auf der Umsetzungsagenda steht. Und natürlich muss der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und entsprechender Park & Ride-Anlagen forciert werden. Wichtig ist mir neben vielen anderen Dingen aber auch der Ausbau der verschränkten Ganztagesschule, wo wir in Mauthausen und Perg bereits zwei Vorzeigeschulen haben. Alle Eltern sollen die Möglichkeit haben, sich für diese Form zu entscheiden.

TIPS:Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit politischen Mitbewerbern vor?

Sabine Schatz: Wir haben diese Woche einen Kriterienkatalog  und Koalitionsforderungen präsentiert, die für eine Zusammenarbeit in einer Koalition für uns Voraussetzung sind. Diese definieren im Wesentlichen die Werte und Forderungen, für die wir eintreten und wo die Grenzen sind, wo wir nicht mehr mitkönnen. Es geht mir vor allem um eine Arbeit im Interesse der Menschen. Wenn es da Schnittmengen gibt, ist eine Zusammenarbeit natürlich wünschenswert. Allerdings hat für mich eine Politik, die populistisch Menschen gegeneinander ausspielt, keinen Platz.

TIPS:Wie wollen Sie ihre Interessen vertreten, welche Herangehensweise bevorzugen Sie?

Sabine Schatz: Ich denke, wesentlich ist, dass man viele Menschen hat, die Forderungen mittragen und sich dafür einsetzen. Insofern sehe ich mich auch als Sprachrohr für die Menschen im Mühlviertel, um im Besonderen für ihre Interessen einzutreten.

TIPS:Was wollen Sie in ihrer politischen Funktion speziell in Frauenthemen bewirken?

Sabine Schatz: Wichtigstes Thema ist meiner Ansicht nach, endlich Löhne und Gehälter für Frauen anzuheben. Es kann ja nicht sein, dass in Oberösterreich im Jahr 2017 Frauen im Durchschnitt immer noch 23,7 Prozent weniger verdienen als Männer, im Bezirk Perg sind das sogar 30,3 Prozent. Da halte ich einerseits einen Mindestlohn von 1500 Euro für eine dringend notwendige und wichtige erste Maßnahme, weil das natürlich auch hauptsächlich Frauen hilft, die weniger als 1500 Euro brutto für einen Vollzeitjob verdienen. Aber es braucht auch Rahmenbedingungen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf erst möglich machen. Da müssen wir dringend in den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen investieren, die dies möglich machen. Da haben wir auch in einigen Gemeinden im Bezirk noch dringenden Bedarf.

TIPS:Ihre Einstellung zur Quotenregelung?

Sabine Schatz: Ich halte eine Quotenregelung für ein notwendiges Werkzeug, um Frauen zu fördern. Nehmen wir gleich das Beispiel Politik: Da gibt es ganz viele engagierte Frauen, die mitarbeiten und aktiv sind, aber in den Führungsfunktionen und Mandaten sind sie unterrepräsentiert. Je mehr Frauen sich aber in sichtbaren Funktionen befinden, umso mehr Frauen rücken auch in höhere Funktionen nach. Ziel muss sein, dass wir in hoffentlich baldiger Zukunft auf eine Quotenregelung verzichten können, weil Frauen genauso wie Männer selbstverständlich gleich repräsentiert sind.

TIPS:Wobei tankt Sabine Schatz Energie für die derzeitigen und künftigen Herausforderungen?

Sabine Schatz: Zum einen natürlich in der Freizeit mit Familie, Freunden und Freundinnen oder bei einem Spaziergang mit dem Hund durch den Wald. Ich lese aber auch sehr viel und wenn mich ein Buch wirklich packt, kann ich dabei auch komplett abschalten. Eine Leidenschaft ist aber auch das Fotografieren. Da freut es mich, wenn ich Dinge entdecke, die andere auf den ersten Blick nicht sehen.


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