BEZIRK ROHRBACH. 4537 mal wandten sich die Arbeitnehmer in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die Arbeiterkammer-Bezirksstelle, die 1,4 Millionen Euro für ihre Mitglieder erkämpfte. Besonders auffällig: Immer mehr ältere Arbeitnehmer verlieren ihren Job und sind in ihrer Existenz bedroht.
„Hinter den Zahlen stehen menschliche Schicksale, die zum Teil zu einem Drama zuspitzen“, sagen Bezirksstellenleiter Manfred Riepl und Franz Molterer, der stellvertretende Direktor der Arbeiterkammer (AK) bei ihrer Bilanzkonferenz: Personen, die mitte Fünfzig sind, keinen Job mehr haben und gleichzeitig ein Haus abbezahlen müssen und nicht mehr wissen, wie sie für ihre Familie sorgen sollen, erleben den größten Anstieg in punkto Arbeitslosigkeit. „Das kann zu einer wirklichen Bedrohung der Existenz werden“, heißt es weiter. 4537 Beratungen verzeichnete die AK-Rohrbach im vergangenen Jahr. Dem Großteil konnte sofort geholfen werden. 1,4 Millionen an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie Forderungen nach Insolvenzen konnten dank der Interventionen für die Mitglieder erkämpft werden. 86,946 Euro davon in Gerichtsverfahren, in denen es hauptsächlich um offene Löhne und Gehälter, aber auch um Sonderzahlung, Überstundenentgelte und Abfertigungsansprüche ging. Fachkraft als Hilfsarbeiter eingestuft So gab es beispielsweise den Fall, dass ein Schlosser aus dem Bezirk sechs Monate lang bei einer Leasingfirma angestellt war. Es stellte sich heraus, dass der Mann nicht als Fachkraft, sondern als „angelernter Arbeiter“ eingestuft war, obwohl ihm der Lohn eines Facharbeiters zugestanden hätte. Nach längerem Hin und Her musste ihm die Firma 3000 Euro nachzahlen.
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