Extreme Trockenheit hat für die Landwirte weitreichende Folgen
BEZIRK ROHRBACH. 2015 war kein einfaches Jahr für die heimische Landwirtschaft. Die große Hitze und die fehlenden Niederschläge führten zu Ertragseinbußen und Wasserknappheit, aber auch Engerlinge und Borkenkäfer machten den Landwirten zu schaffen. Und es ist noch immer nicht ausgestanden.

Es sollte regnen oder zumindest schneien - und das möglichst viel, wünscht sich Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker, der von den Sorgen seiner Landwirte weiß. Bei 800 bis 1000 mm liegt die übliche Niederschlagsmenge, dann kann man mit normalen Erträgen im Grünland rechnen. „Heuer fielen nur 500 mm Regen - und diese vor allem bei den starken Niederschlägen im März und April, dann kam lange nichts mehr. Deshalb fiel die Ernte im Grünland sehr schlecht aus“, zeigt Ecker auf. Auch beim Silomais mussten die Landwirte Einbußen hinnehmen. „Einige Betriebe haben den Rinderbestand verringern müssen, weil sie die Tiere nicht über den Winter versorgen könnten“, berichtet der Bauern-Chef.
Wasserstand hat sich noch nicht normalisiert
Betriebe ohne öffentlichen Wasseranschluss hatten zudem Probleme mit der Grundwasserversorgung. „Der Wasserspiegel ist um bis zu einem Meter gesunken. Da waren oft Tiefenbohrungen notwendig“, sagt Georg Ecker. Teilweise habe sich die Situation nach den Niederschlägen verbessert, aber „der Normalzustand ist noch immer nicht erreicht.“
Gefundenes Fressen für Käfer und Engerlinge
Der Wassermangel hat noch weitere Auswirkungen: So waren die durch die Dürre, die Hitze und auch das Zapfenjahr geschwächten Fichten eine leichte Beute für den Borkenkäfer. 30.000 Festmeter Schadholz sind heuer im Bezirk Rohrbach angefallen und noch immer sind die Bauern im Wald damit beschäftigt, die Käferbäume zu fällen. „Für das Käferholz gibt es um 20 Euro weniger als üblich, dabei sind die Preise für Rundholz ohnehin schon sehr zurückgegangen. 85 Cent pro Laufmeter gibt es derzeit“, informiert Ecker.
Auf den Wiesen hingegen wüten die Engerlinge, vor allem in jenen Gebieten, die schon in den vergangenen Jahren mit dem Maikäfer und seinen Larven zu kämpfen hatten (Pfarrkirchen, Putzleinsdorf, Neustift, aber auch entlang der tschechischen Grenze von Schwarzenberg bis Peilstein). Zwar haben viele Betriebe einen Pilz gegen die Engerlinge in die Grünflächen eingebracht, aber weil die Feuchtigkeit fehlte, konnte dieser sich nicht so stark vermehren, wie erwartet. Ecker befürchtet, dass im nächsten Jahr, wenn die Larven weiter wachsen, noch mehr Schäden auftreten werden.
Die ganzen Probleme hängen für ihn mit dem Klimawandel zusammen. „Die Erwärmung an sich wäre kein Problem im Bezirk. Von dieser könnten wir sogar profitieren, weil sie die Vegetationszeit verlängern würde. Aber wenn im Sommer der Regen fehlt, hat das weitreichende Auswirkungen. Alles in der Natur hängt eben von den Niederschlägen ab.“ Er merkt auch, dass die Dürreperioden in immer kürzeren Abständen kommen: Es war bereits die fünfte seit 2003.
Solche Probleme machen das Bauer-sein nicht einfach, rund 700 Landwirte hören deshalb jedes Jahr auf. Zur Zeit gibt es im Bezirk 2200 landwirtschaftliche Betriebe, 1995 (bis zum EU-Beitritt) waren es 3500.
Am Dienstag, 12. Jänner, 19.30 Uhr, findet in der Bioschule Schlägl eine Informations-Veranstaltung zur Engerling-Problematik statt. Grünland-Referent Peter Frühwirth, Maschinenring und Bio-Kompetenzzentrum werden die nächste Schritte vorstellen.


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