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BEZIRK ROHRBACH. Konstant hoch blieb die Zahl der arbeits- und sozialrechtlichen Beratungen in der Arbeiterkammer. Knapp 4000 AK-Mitglieder haben im Vorjahr Rat gesucht. Der Mut, Ansprüche auch durchzusetzen, fehlt aber oft.

Die Arbeiterkammer verhilft Arbeitnehmern zu ihrem Recht. Foto: Wodicka
Die Arbeiterkammer verhilft Arbeitnehmern zu ihrem Recht. Foto: Wodicka

90 Prozent der Interventionen passierten nach Beendigung des Dienstverhältnisses. „Die Leute fragen zwar nach und erkundigen sich über ihre Rechte, aber sie trauen sich nicht, diese einzufordern“, beschreibt der stellvertretende Direktor der AK Oberösterreich, Franz Molterer. Landesweit suchten 300.000 Menschen persönlich, telefonisch oder per E-Mail Rat und Hilfe. „Täglich wenden sich etwa 1000 Arbeitnehmer an die Arbeiterkammer – das sind also keine Einzelfälle, auch wenn es sehr viele Betriebe gibt, die ordentlich arbeiten“, ergänzt Molterer, der auch verstärkt Verunsicherung, Zukunftsängste und fehlende Zukunftsperspektiven ortet. „Wir machen seit 16 Jahren diese Erhebungen und haben ein nie dagewesenes Tief festgestellt“, berichtet Molterer.

1,1 Millionen erstritten

Die Rohrbacher Arbeiterkammer hat 3958 AK-Mitglieder arbeitsrechtlich und sozialrechtlich beraten. Wo es mit der Beratung nicht getan war, wurde gerichtlich oder außergerichtlich interveniert. So erkämpfte die AK in Summe für ihre Mitglieder Zahlungen von 1,15 Millionen Euro. Allein ein Gastbetrieb musste 35.000 Euro an einige seiner Mitarbeiter nachzahlen. „Das ist sicher ein Ausreißer, aber das Gastgewerbe ist eine unserer Problembranchen“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Manfred Riepl.

Fehlende Arbeitsplätze, geringes Einkommen

Als größte Herausforderung im Bezirk sieht er das geringe Medianeinkommen, bei dem Rohrbach mit 1817 Euro auf dem vorletzten Platz liegt (2191 Euro in OÖ); dazu kommen die fehlenden Arbeitsplätze. „Darum ist auch die Bereitschaft zum Auspendeln so groß“, so Riepl.


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