Grenzerinnerungen: Ein Park am Rande des Böhmerwaldes
Wenn erzählt wird, dass sich vor hundert Jahren an den Ufern der Steinernen Mühl ein Park befand, ist das keineswegs eine Sage.

Die Tatsachen wurden zwar vergessen, nur einige Alte fragten sich stets, warum der Park in dieser rauen Waldgegend angelegt wurde. Der Text auf einer in Stein gemeißelten Gründungsurkunde über die Brauerei in Hinterweißenbach, lässt einiges erahnen. Der Besitzer der Handelsagentur in Hinterweißenbach hieß wie sein Vater Johann Paul Löfler. Seine Frau stammte aus Persenbeug und ließ ihren neuen Wohnsitz mit ihrer reichen Mitgift um den Bau einer Brauerei vergrößern. Außerdem umgab sie ihren neuen Wohnsitz mit einem Park, der ihr die Übersiedlung in den Böhmerwald erträglich machen sollte. Ziersträucher, Blumenbeete und Springbrunnen sollten ihr das Gebiet ihrer Herkunft nachempfinden lassen.
Wenig Glück
Den Erzählungen der Alten ist leider zu entnehmen, dass die Braut aus der sonnigen Donauebene hier im Böhmerwald nicht glücklich wurde. Außerdem starben ihre Kinder nach der Geburt, bis auf eines.
Geschäfte liefen gut
Die Erfolge ihres Gatten in seinen Geschäften aber waren groß. Er kaufte die von den Landwirten erzeugte Leinwand, ließ sie entlang des Mühlflusses bleichen und glättete sie zuletzt mit einer Mangel. Dieses Gerät steht heute beim Eingang des Webereimuseums in Haslach.
Erinnerung an Familiengeschichte
Die Steinschale des größten Springbrunnens stand von 1960 bis 1980 als Erinnerung an die Löfler-Familien bei der neu errichteten Grenzlandschule. Nach der Schulschließung kam sie, als Beweis der Echtheit dieser hundertjährigen Familienwohnstätte, wieder zum Löflerhof zurück.
Verfasser: Fritz Winkler


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