Einst Privatkoch für Donald Trump, jetzt Küchenchef auf fünf Schiffen

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Sevim Demir Sevim Demir, Tips Redaktion, 25.08.2020 18:39 Uhr

LEMBACH. Vor 28 Jahren packte Friedrich „Fritz“ Pichler die Leidenschaft Kreuzfahrt. Nur zweimal hat der Lembacher die Schiffsplanken verlassen. Einmal, um als Privatkoch für Donald Trump und seine Familie zu kochen. Ein zweites Mal, um die Gäste im bekannten Hamburger Restaurant „Rive“ zu verköstigen.

„Es dauerte nicht lange, zog es Fritz Pichler nach seiner Lehre als Koch zum ersten Mal aufs Schiff. Seither hat den Lembacher die Kreuzfahrt nicht mehr losgelassen. In seinen ersten Jahren bekochte Pichler auf einem eher kleinen Schiff rund 250 Passagiere. 1999 betrat er dann erstmals das größte und nach wie vor beste Schiff der Welt: die MS Europa. Quer durch die ganze Welt verwöhnte er mit seinen Gerichten die Schiffsgäste. Nach sechs Jahren wollte Pichler dann doch einmal etwas anderes sehen.

Privatkoch für Donald Trump

Natürlich hatte er zu dieser Zeit schon einige Kontakte geknüpft. Und so kam es, dass ihm angeboten wurde, für Donald Trump und seine Familie in dessen berühmten “Mar-a-Lago Club„ in Palm Beach zu kochen. “Aber das war nicht wirklich mein Ding. Ich konnte mich nicht frei entfalten. Wenn Trump das Steak staubtrocken wollte, war es meine Aufgabe, es genau so zuzubereiten. Und er wollte es nun mal staubtrocken„, lacht der 51-Jährige. Trotz allem war es für ihn interessant, in diese Welt einzutauchen. Nach einer kurzen Zeit in Amerika zog es den sympathischen Koch nach Hamburg. Im berühmten Restaurant “Rive„ hat er einige Jahre lang den Kochlöffel geschwungen. “Obwohl ich die Schiffe tagtäglich vorbeifahren sah, habe ich damals nichts vermisst.„ Irgendwann flatterte dann das Angebot ins Haus, als Culinary Director bei “sea chefs„, einem Catering-Unternehmen für Kreuzfahrtschiffe, zu arbeiten. Und weil er schon in jungen Jahren sein Herz an die Kreuzfahrt verloren hatte, überlegte Pichler nicht lange.

Eigenes Restaurant

Heute hat er auf der MS Amera, MS Amadea, MS Artania, MS Albatroz und der MS Deutschland in Sachen Küche das Zepter in der Hand. Auf der Amera hat der Lembacher sogar ein eigenes Restaurant eröffnet: das Pichler's. Auf den Schiffen ist er für jegliche Organisation rund um die Küche zuständig. Zum Kochen kommt er da nicht mehr so viel, “wenn wir aber neue Gerichte kreieren, bin ich dann selbstverständlich mit dabei.„ Großen Spaß macht es Pichler auch, bei Landgang die Lebensmittelmärkte aufzusuchen. Besonders die Märke bei Mittelmeerfahrten haben es ihm angetan. “Ich nehme auch die Gäste mit. Dort kaufe ich Obst, Gemüse, Gewürze, was sich dann abends in meinen Gerichten wiederfindet„, verrät Pichler. Seine Leidenschaft beim Kochen ist BBQ, oder “Asado„, wie die Südamerikaner es nennen. “Ich liebe es, wie sie das zelebrieren.„

Von Monsterwelle erwischt

Über das, was Fritz Pichler alles erlebt hat, könnte er Bücher schreiben. Unvergessen ist auch das, was am Weg von der Antarktis über Süd-Georgien auf die Falklandinseln passierte: “Die Meinungen spalten sich, ob es diese 30 Meter hohen Monsterwellen wirklich gibt. Ich kann sagen, es gibt sie – ich habe sie mit eigenen Augen gesehen„, erinnert er sich zurück. Die Welle erwischte das Schiff damals eiskalt und versetzte es in 46 Grad Schräglage. “Wir haben dann ausgeharrt, bis sich das Meer wieder beruhigt hat. Irgendwann haben die Passagiere natürlich Hunger bekommen. Aus dem, was noch übrig blieb, kochte ich Sturmnudeln, wie ich sie genannt habe, den Gästen hat's geschmeckt„, schmunzelt Pichler. Anschließend ging's weiter nach Buenos Aires, wo das Schiff repariert wurde.

Nicht nur Küchenchef

Und wie in jedem Beruf, hat auch das Arbeiten am Kreuzfahrtschiff seine Höhen und Tiefen. Fritz Pichler hat jedoch mit den Jahren gelernt, stets Ruhe zu bewahren. “Ich habe eine riesen Verantwortung und 55 bis 100 Leute unter meiner Obhut. Nicht immer bin ich nur Küchenchef, manchmal bin ich auch Seelsorger. Es gab oft Situationen, wo ich nicht mehr wusste, was ich als Nächstes tun soll. Dann gehe ich an Deck, blicke aufs Meer hinaus. Danach weiß ich wieder, was zu tun ist.„ Wegen Corona ist Pichler derzeit zuhause. Wann es wieder losgeht, kann er nicht sagen. “Ich sehne mich aber bereits nach der Ferne.„ Er genießt aber die Zeit daheim mit seiner Frau Bettina, bis es dann für den Lembacher wieder für einige Wochen aufs Meer geht. Auf die Frage hin, was er angehenden Köchen mit auf den Weg gibt, kann er klar antworten: “Macht eure Ausbildung und dann ab in die weite Welt hinaus. Wer in der weltweiten Küche mitreden will, muss im jeweiligen Land kochen, mit Produkten von dort. Traut euch!„

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