Corona-Lage im Bezirk ist kritisch, aber Zuversicht überwiegt
BEZIRK ROHRBACH. Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner rechnet mit einem weiteren Anstieg an positiven Covid-19-Fällen, ehe sich die Lage hoffentlich stabilisiert.

„Die gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung waren sehr wichtig, denn die Zahlen steigen kontinuierlich. Es ist wirklich heftig“, fasst Krisenstabs-Chefin Wilbirg Mitterlehner zusammen. So gut wie alle Gemeinden im Bezirk, viele Schulen (große Fallhäufungen gab es im Gymnasium Rohrbach), Altenheime (Rohrbach, Ulrichsberg und Aigen-Schlägl sind bereits gesperrt, bei den weiteren gibt es reduzierte Besuchszeiten) und auch Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen sind betroffen. Mitterlehner rechnet mit einem weiteren Anstieg in den nächsten zehn Tagen, „dann hoffen wir, dass die Zahlen stagnieren und wieder sinken.“
Nachverfolgung funktioniert gut
Sie und ihre Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um die unzähligen Anfragen abarbeiten zu können. Aber „die Nachverfolgung funktioniert gut. Wir haben die Lage im Griff und sind zuversichtlich. Die Herbstferien haben uns geholfen und vom Lockdown erwarte ich eine Entspannung“, sagt Mitterlehner und appelliert einmal mehr: „Jeder Einzelne muss die Lage ernst nehmen, auf die gesetzlichen Vorgaben achten und Kontakte reduzieren.“
An der BH Rohrbach herrscht momentan nur eingeschränkter Dienstbetrieb, Angelegenheiten sollten telefonisch oder elektronisch bzw. nur nach Terminvereinbarung abgewickelt werden.
Ausreichend Kapazitäten
524 positive Covid-19-Fälle meldete die Gesundheitsbehörde kurz vor Druckschluss am Montagnachmittag. Zu diesem Zeitpunkt waren 20 davon auf der Isolierstation im Klinikum Rohrbach untergebracht, zwei auf der Intensivstation. Durch die regelmäßige Abstimmung mit allen Spitälern und dem Landeskrisenstab und durch die hausinternen Planungen und Vorkehrungen sei man gut auf die Versorgung von Covid-19-Patienten vorbereitet, heißt es aus dem Krankenhaus. Auf der Isolierstation werden Kapazitäten bereitgehalten. Exakte Stufenpläne sowohl für Normalstationen als auch die Intensivstation gewährleisten die isolierte Unterbringung von Covid-19-Patienten im Haus. Die Kapazitäten können im Bedarfsfall auf andere Stationen ausgeweitet werden.
Realistischer Weise seien im Klinikum Rohrbach vor allem personell Grenzen gesetzt. Dringende Operationen und Behandlungen werden durchgeführt (Stand Montagnachmittag).
Situation ernst nehmen
Die Situation sei aber herausfordernd und wird mit den rasch steigenden Infektionszahlen sicher nicht einfacher. Bezirksärztevertreter Werner Stütz meint dazu: „Angst und Panik vor dem Virus brauche man nicht haben, ernst nehmen soll man die Situation aber auf jeden Fall.“ Der Großteil der infizierten Personen sei vollkommen asymptomatisch, „diese Personengruppe stellt in Wahrheit das größte Infektionsrisiko dar, da sie ahnungslos dem gewohnten Alltag nachgehen.“ Deshalb ist das Einhalten der empfohlenen Präventionsmaßnahmen so wichtig.
Wer Symptome aufweist (Fieber, Husten, Atemnot, Durchfall, Geschmacksverlust) und zum Arzt muss, muss sich unbedingt vorher anmelden. Seit kurzem kann der Hausarzt einen Antigen-Schnelltest durchführen, der ein „Vortest“ zur normalen PCR-Untersuchung ist (hier geht's zum Tips-Bericht).


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