Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK ROHRBACH. 375 Personen haben im Vorjahr die Kirche formell verlassen. Damit sind 2021 deutlich mehr Menschen aus der Kirche ausgetreten, als im Jahr 2020.

  1 / 2   Die gemeinsam gestemmte Kirchensanierung in der Pfarre Rohrbach ist bestes Beispiel, dass vielen Menschen der Glaube und die Kirche etwas wert sind. (Foto: Gahleitner)

Damals verzeichnete die Kirchenbeitragsstelle Rohrbach 285 Austritte; 2019 waren es 301 Austritte. 34 Personen sind 2021 im Einzugsgebiet wieder eingetreten, 2020 waren das 17 Personen. Mit Stichtag 1. Jänner 2022 gibt es exakt 48.259 Katholiken im Bezirk Rohrbach, ein Jahr zuvor waren es noch 48.687.

Ist die rückläufige Katholiken-Zahl nun nur der Pandemie geschuldet oder steckt mehr dahinter? Natürlich sei es immer herausfordernd, Anknüpfungspunkte vor allem für junge Leute zu schaffen, sagt dazu Abt Lukas Dikany vom Stift Schlägl. „Wo etwa die Ministranten­arbeit gut klappt, kommen junge Leute und Familien in die Kirche. Oder beim Sternsingen konnten die Kinder und Jugendlichen erleben, wie sich die Menschen über ihren Besuch freuten und wir hatten heuer besonders gute Spendenergebnisse. Ziel muss immer sein, nahe am Menschen zu sein.“ Aber Corona sei schon „unglaublich herausfordernd für jede Pfarrgemeinde – nicht nur wegen der sich ständig ändernden Vorschriften“, ergänzt der Klostervorsteher.

„Können Gläubige nur bedingt ansprechen“

„Viele Kirchenbesucher, die vorher regelmäßig gekommen sind, sind verloren gegangen. Das macht uns Sorgen und im Mitbrüder-Kreis fragen wir uns schon, wie es weitergehen wird.“ In der aktuellen Situation könne man die Gläubigen nur bedingt ansprechen, nennt Abt Lukas etwa Online-Gottesdienste via Livestream, die es in einigen Gemeinden gibt, Pfarrzeitungen und Homepages. Durch Corona ist auf jeden Fall die „Bindung zur Kirche lockerer geworden. Dazu kommen vielleicht auch finanzielle Engpässe, die zum Austritt geführt haben“, meint er.

Pfarrleben ist mühsam

Auch wenn er froh ist, dass es in den Kirchen keinen totalen Lockdown mehr gibt und vor allem im vergangenen Sommer einige Feste gefeiert werden konnten, gestaltet sich das Pfarrleben in diesen unsicheren Zeiten sehr mühsam. Lukas Dikany denkt etwa an die Vorbereitung für Erstkommunion und Firmung oder auch an die Pfarrgemeinderatswahlen, die im März anstehen. „Wir sollten Leute für die Mitarbeit motivieren, können aber nicht mit voller Power fahren“, sagt er.

Treue Kirchgänger nicht vergessen

Bei all den Sorgen, übersieht der Schlägler Abt aber das Positive nicht: „Es gibt so viele, die der Kirche die Treue halten und vielleicht nicht jeden Sonntag, aber doch regelmäßig trotz Maskenpflicht in die Kirche kommen. Oder jene, die vor Ort die Kirche unterstützen“, nennt er als Beispiel die Pfarre Rohrbach, die das Mega-Projekt Kirchensanierung dank der vielen Spenden meistern konnte. „Das sind schöne Zeichen, dass den Menschen der Glaube etwas wert ist. Gerade in Krisenzeiten brauchen Menschen etwas, das sie trägt“, ist Abt Lukas überzeugt.

Dünneres Beziehungsgeflecht

Auch der aus Helfenberg stammende Bischofsvikar Wilhelm Vieböck möchte den Blick darauf lenken, dass sich „nach wie vor sehr viele Menschen in Oberösterreich der Kirche zugehörig fühlen und sich in ihr engagieren. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott!“ Mehr als 70.000 Menschen in OÖ stellen sich regelmäßig ehrenamtlich in den kirchlichen Dienst. „Das vielfältige Engagement zeugt davon, dass wir nach wie vor eine lebendige Kirche sind, getragen von 914.916 Katholikinnen und Katholiken.“ Landesweit sind im Vorjahr 12.865 Personen ausgetreten. „Das Beziehungsgeflecht ist offensichtlich dünner geworden“, meint Vieböck. „Wenn soziale Kontakte in Zeiten von Lockdowns, Homeoffice und regulierten Verhaltensmaßnahmen eingeschränkt werden, dann hat das Auswirkungen auf Beziehungen – auch in Bezug auf Institutionen wie die Kirche. Nicht alles an Beziehungsarbeit kann in nachgehender Seelsorge oder über den digitalen Raum geschafft werden. Die Austritte tun als einzelne, wie auch als hohe Gesamtzahl weh, so wie jedes Wort der Trennung.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Q77 in St. Martin wird Treffpunkt für Yoga, Fitness und EMS

Q77 in St. Martin wird Treffpunkt für Yoga, Fitness und EMS

ST. MARTIN/MKR. Yoga, Fitness und EMS unter einem Dach: Am 22. Oktober laden drei Anbieter im Q77 in St. Martin zum Kennenlernen ein.

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Elf Blutspender aus dem Bezirk Rohrbach ausgezeichnet

Elf Blutspender aus dem Bezirk Rohrbach ausgezeichnet

BEZIRK ROHRBACH. Eine Goldene und gleich zehn Silberne Verdienstmedaillen um das Blutspendewesen wurden an treue Blutspender aus dem Bezirk Rohrbach ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Landjugend im Bezirk Rohrbach unter neuer Leitung

Landjugend im Bezirk Rohrbach unter neuer Leitung

SCHWARZENBERG. Bei der Herbsttagung der Landjugend des Bezirkes Rohrbach im Gasthaus Dreiländereck in Oberschwarzenberg standen ein Rückblick, ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Technische Fachschule Haslach ist Spitzenreiter bei ICDL-Prüfungen

Technische Fachschule Haslach ist Spitzenreiter bei ICDL-Prüfungen

HASLACH. Groß ist die Freude über eine neuerliche Auszeichnung für die Technische Fachschule Haslach: Sie erreichte im Bereich der technischen ...

Tips - total regionalPetra Hanner
Rohrbacher Gymnasium siegt bei Albertina-Zeichenwettbewerb

Rohrbacher Gymnasium siegt bei Albertina-Zeichenwettbewerb

ROHRBACH-BERG. Die Schüler der 4c Klasse des Rohrbacher Gymnasiums holten sich den Gesamtsieg beim österreichweiten Zeichenwettbewerb der Albertina. ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Neun Jagdhunde bestanden Brauchbarkeitsprüfung in Sprinzenstein

Neun Jagdhunde bestanden Brauchbarkeitsprüfung in Sprinzenstein

SARLEINSBACH/BEZIRK ROHRBACH. Neun Hundeführer mit ihren Hunden stellten sich der diesjährigen Brauchbarkeitsprüfung und alle Teams bestanden ...

Tips - total regionalMartina Gahleitner
Weitere Beiträge