Kunsterlebnis gibt es nur durch Denken und Fragen
LEMBACH. Unter den Titel Sinnpulse stellte der Kultursprung ein „ergebnisoffenes Erkenntnisgespräch“, wie es Gastreferent Joachim Eckl nannte. Dabei wurde über Kunst und deren Wahrnehmung diskutiert.

Auf Augenhöhe wollte der Heim.Art-Künstler aus Neufelden mit seinen Zuhörern diskutieren, weshalb er auch alle auf die Bühne, aufs Podium holte. Nach einem kleinen kunsthistorischen Exkurs von der 30.000 Jahre alten Venus von Willendorf über die ägyptischen Pyramiden bis hin zu Ikonen und der Donauschule, betonte Joachim Eckl: „Es gibt keine Kunst ohne Mensch. Um Kunst entstehen zu lassen, braucht es den Menschen.“ Und: „Jeder hat das Potenzial zum Künstler. Beim schöpferischen Tun wird der Mensch sich selbst bewusst.“ Wichtig sei aber – auch beim Kunst betrachten – das Denken: „Wer sich keine Fragen stellt, hat kein Kunsterlebnis, sondern nur ein ästhetisches Erlebnis.“
Kunstwahrnehmung muss man lernen
Einig waren sich seine Zuhörer und Mitredner, dass gerade Kunst Toleranz, Achtsamkeit und Offenheit fördert. Deshalb müsse Kunstwahrnehmung und wie man mit Kunst umgeht, geübt und gelernt werden – schon als junger Mensch. „Was sehe ich?“ Diese zentrale Frage beim Betrachten eines Werks ergibt verschiedenste Antworten und „alle dürfen nebeneinander stehen. Das kann man aus der Kunst lernen“, meinte etwa Paulus Manlik, Pfarrer und Religionsprofessor am Gymnasium Rohrbach. Johann Lindorfer ergänzte: „Künstler begegnen sich mit Achtung füreinander – das würde uns helfen in unserer Zeit.“
Menschen weiterhin als Menschen sehen
Der aktuelle Nahost-Konflikt konnte an diesem Abend nicht übergangen werden. Joachim Eckl appellierte, zu differenzieren und die Menschen trotzdem als Menschen zu sehen und nicht zu Bestien zu erklären. Das würde das Problem nur größer machen.


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