Energie AG plante selbst schon 2003 ein Erdkabel im Mühlviertel

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Petra Hanner Tips Redaktion Petra Hanner, 09.11.2018 18:04 Uhr

MÜHLVIERTEL. Aufwind für ihre Sache erhält die IG Landschaftsschutz durch Planungsunterlagen der Energie AG, die nun aufgetaucht sind. Schon 2003 wurde darin eine konkrete 110-kV-Erdkabeltrasse von Rohrbach nach Bad Leonfelden beziehungsweise Freistadt geplant.

Eine mögliche Systemvariante in diesen Planungsunterlagen stellt eine 25 Kilometer lange Erdkabellösung dar. Sie wurde damals mit gut 7,5 Millionen Euro veranschlagt. Als Nachteil wurde damals schon angeführt, dass eine Erdverkabelung im Mühlviertel als Vorbild für andere Regionen herangezogen werden könnte. „In Oberösterreich ist diese 110-kV-Erdkabelvariante aus dem Jahr 2003 wieder in der Schublade verschwunden, während in unseren Nachbarländern längst die Weichen für die Zukunft gestellt sind. Rund um Österreich wird sogar in der Höchstspannungsebene 380 kV verkabelt und bei uns soll nicht einmal ein 110er-Kabel realisierbar sein?“, ärgern sich die Freileitungs-Gegner Günter Pötscher, Gottfried Mitterlehner und Dominik Revertera.

Nur eine Variante von vielen

Energie AG-Unternehmenssprecher Michael Frostel kommentiert dazu in den OÖN: „Das ist ein internes Planungspapier, das viele Varianten beleuchtet hat, natürlich auch das Erdkabel.“ Man könne die Pläne von damals auch gar nicht mit jenen vom aktuellen Projekt vergleichen: „Damals waren die Vorzeichen ganz andere. Außerdem haben wir uns schon damals gegen die Kabelvariante entschieden“, sagte er. Konkret sei es um die Einbindung der Sternwald-Windräder gegangen. 

Erdkabel-Infoabend in Bad Leonfelden

Trotz allem wollen die Akteure an einem fairen Diskurs festhalten und ernst genommen werden. Ihnen ist es ein Anliegen, „die Fakten in ihrer Gesamtheit fair zu prüfen und ein kooperatives Projekt zu starten.“ Um ihre Argumente zu bekräftigen, holt die IG Landschaftsschutz am Freitag, 23. November, um 19 Uhr einen Experten zum Thema Erdkabel ins Haus am Ring in Bad Leonfelden. Heinrich Brakelmann von der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, informiert zum Thema „Erdkabel 6.0“. Dort können sich Interessierte ein umfassendes Bild dazu machen.

Rückenwind für IG Landschaftsschutz

Ein weiterer Energieexperte spielt mit seinen Aussagen in einem ORF-Interview ebenfalls in die Hände der Freileitungsgegner, nämlich der emeritierte Volkswirtschaftsprofessor Stefan Schleicher von der Uni Graz.  Er kritisiert, dass Netzbetreiber höhere Kosten für ein Erdkabel als Argument heranziehen und weiter „unreflektiert Freileitungen bauen“, und weiter: „Zusatzkosten, die sich aus dem Flächenverbrauch ergeben und starke gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben, werden aus der Unternehmensperspektive vermutlich nicht ausreichend erfasst (...) Die Sicht der Unternehmen, die hier Investitionen tätigen, ist einfach nicht ausreichend, um die gesamten Kosten, die hier anfallen, zu erfassen“, kritisiert der Volkswirt. Aus volkswirtschaftlicher Sicht komme dem Kabel europaweit immer mehr Bedeutung zu.

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