Corona führt zu einer Renaissance des ländlichen Raums
BEZIRK ROHRBACH. Das „Jahr des Comebacks“ soll für Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner 2021 werden. Wie es gelingen kann, dass die Wirtschaft wieder volle Fahrt aufnimmt und die Menschen in Beschäftigung bleiben, hat ihm seine Tour durch den Bezirk Rohrbach gezeigt. Denn hier ist Zuversicht und eine starke Investitionstätigkeit spürbar.

Eins habe die Corona-Krise bewirkt: „Es kommt zu einer Renaissance des ländlichen Raums“, ist Achleitner überzeugt. Das Schreckgespenst Landflucht hat sich quasi gedreht: „Betriebe wollen raus aufs Land, weil sie hier leichter Mitarbeiter finden und die Leute wollen auch am Land wohnen.“ Für ihn als Wirtschafts-Landesrat war sein Bezirkstag in Rohrbach ein „Glückstag“. Rohrbach mache ihm ob der niedrigsten Arbeitslosigkeit seit vielen Jahren schon immer Freude. „Zudem zeigen die regionalen Unternehmen mit einer starken Investitionstätigkeit vor, wie Oberösterreich gestärkt aus der Krise hervorgehen kann“, meint Markus Achleitner. Die besuchten Unternehmen e2 Elektro in Aigen-Schlägl und Neuburger in Ulrichsberg haben ihn in seiner Ansicht bestärkt. „Die Investitionen zeigen nicht nur, dass es im Bezirk Rohrbach eine Vielzahl an innovativen und dynamischen Unternehmen gibt. Sie bringen auch für viele andere regionale Betriebe einen massiven Schub und Wertschöpfung für die Region.“
Wettbewerb am Arbeitsmarkt
Der „Powerbezirk Rohrbach“ glänzt auch in der Krise mit der niedrigsten Arbeitslosen-Quote Österreichs. Bei 3,6 Prozent lag diese im Corona-Jahr 2020; Oberösterreich hatte mit 6,5 Prozent die niedrigste Jahresarbeitslosenrate aller Bundesländer. „Ausreichend gut qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen, wird also immer schwieriger für die Unternehmen“, weist Markus Achleitner auf den „bestehenden Wettbewerb am Arbeitsmarkt“ hin, auch wenn Corona einiges verdeckt habe.
Doris Steiner, Geschäftsstellenleiterin des AMS Rohrbach, macht in diesem Zusammenhang auf die hohe Vermittlungsquote aufmerksam: „Gemeldete Personen bleiben nur sehr kurz in Arbeitslosigkeit. Wir haben eine Vormerkdauer von durchschnittlich 84 Tagen – das ist mit Abstand die kürzeste in Oberösterreich.“ Sorgen machen Steiner jedoch Arbeitslose ab 50 Jahren. „Teilweise sind Vorbehalte bei den Unternehmen spürbar, dabei müssen diese Menschen auch noch zehn, 15 Jahre arbeiten und sie verfügen darüberhinaus über viel Erfahrung und Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, Besonnenheit und Loyalität“, macht die AMS-Leiterin deutlich.
Leben und Arbeiten in der Region
Die von Markus Achleitner festgestellte Aufbruch-Stimmung im Bezirk Rohrbach ist Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Andreas Höllinger natürlich nicht neu. Das zeigt allein ein Blick auf die Rekord-Gründerbilanz mit 213 Neugründungen und 20 Übernahmen. Herausforderung bleibt, die Arbeit zu den Menschen zu bringen. „Die Auspendlerquote ist von 2010 bis 2018 um 7,5 Prozent gesunken, bei gleichzeitigem Anstieg der Erwerbstätigen um 2,3 Prozent“, nennt der WK-Chef einen kleinen Erfolg. Außerdem hätten schon einige Unternehmen aus dem oö. Zentralraum Standorte im Bezirk begründet und auch das Homeoffice habe den Praxistest während Corona bestanden. „Unser Ziel ist dezentrales Arbeiten: Mehr Leute, die in der Region leben, sollen auch hier arbeiten.“ Leerstände in Ortsgebieten könnten etwa mit Arbeitsplätzen in Gemeinschaftsbüros gefüllt werden, ergänzt Höllinger. Erfolgsbeispiele gebe es bereits einige im Bezirk.


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