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BEZIRK. Die Dürreperioden des heurigen Sommers stellten viele Landwirte aus der Region vor große Probleme. Nicht wenige von ihnen mussten erhebliche Mengen an Futter zukaufen oder Vieh verkaufen, um den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten.  

Durch die extreme Trockenheit wuchs kaum Gras nach. Viele Landwirte mussten dadurch erhebliche Mengen an Futter zukaufen. Foto: Weihnold

„Des einen Freud, des anderen Leid“ – so lässt sich der Sommer 2018 am besten beschreiben. Während Sonnenanbeter und Badebegeisterte nicht genug von den warmen Temperaturen bekommen konnten, mussten andere, vor allem aufgrund des ausfallenden Regens, um ihre Existenz bangen. „Dieses Jahr war für mich wirklich schlimm“, berichtet Peter Unterweger, Bio-Landwirt aus Raab. Der 39-jährige Innviertler, welcher den elterlichen Betrieb vor 15 Jahren übernommen hat, kann sich an eine derartig lange Dürreperiode nicht erinnern. „Das Jahr 2017 war schon sehr heiß und nicht wirklich gut für mich, aber der heurige Sommer war viel extremer. Vor allem wirtschaftlich“, so Unterweger, welcher hinzufügt: „Meine Milchkühe sind von April bis November eigentlich nur auf der Weide und ernähren sich von Gras. Durch den wenigen Niederschlag wuchs kaum Gras nach und ich musste sehr viel Futter zukaufen.“

Futter um 26. 000 Euro zugekauft

Insgesamt hat der Landwirt rund 26.000 Euro für zusätzliches Futter ausgegeben. Hinzu kommt die Tatsache, dass seine 80 Kühe rund ein Drittel weniger Milch produzierten. „Leider musste ich auch einige meiner Kühe verkaufen, da ich sonst noch mehr Futter hätte zukaufen müssen“, sagt Unterweger. „Leider sind auch die Kuhpreise im Keller“, so der Bio-Landwirt, welcher rund 80 Hektar Land bewirtschaftet.

Weiden erholen sich erstaunlich schnell

Dementsprechend groß war die Erleichterung bei Peter Unterweger, als wieder der Regen einsetzte. „ Ich bin wirklich erstaunt, wie schnell sich die Grünflächen wieder erholen“, so der Raaber, welcher auf finanzielle Unterstützung seitens des Landes hofft. „Ich gehe schon davon aus, dass wir entschädigt werden. Ich hoffe, dass genau hingeschaut wird, welche Landwirte am meisten betroffen sind und wem am meisten unter die Arme gegriffen werden muss“, meint der Landwirt.

Beschleunigung des Bauern-Sterbens?

Seit Jahren geht die Anzahl der haupterwerbstätigen Landwirte zurück. Dass solch extremen Jahre wie 2018 diese Tendenz beschleunigen werden, glaubt Unterweger noch nicht. „Ein Jahr kann man schon verkraften, aber sollte sich das Wetter in den kommenden Jahren weiterhin so extrem entwickeln, dann glaube ich schon, dass weitere Landwirte aufhören werden“, sagt der 39-Jährige. Selbiger Meinung ist auch Peter Gumpinger, Obmann des Bauernbundes des Bezirks Schärding: „Es ist noch zu kurzfristig, um irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Ich bin mir jedoch sicher, dass Länder und der Bund alles daran setzen werden, um die Landwirte zu unterstützen.“

Sofortmaßnahmenpaket beschlossen

Und genau das hat die Bundesregierung getan. Um Betroffenen schnell unter die Arme zu greifen, wurde ein Sofortmaßnahmenpaket für die Land- und Forstwirtschaft verkündet. „Die raschen Sofortmaßnahmen und die Direkthilfe für tierhaltende Betriebe stützen unsere Bauern in den betroffenen Gebieten. Gerade im rinderstärksten Bundesland Oberösterreich gilt es, unseren bäuerlichen Familienbetrieben unbürokratisch und direkt zu helfen“, meint Landesrat Max Hiegelsberger in einer Presseaussendung des Landes Oberösterreich.

Die Jahre 2014, 2015 waren wärmer

Einer, der sich seit Jahren mit dem Wetter beschäftigt, ist Franz Hauzinger aus Münzkirchen. „Das heurige Jahr war im Vergleich zu den Jahren zuvor nicht wärmer. 2014, 2015 waren extremer. Heuer war es aber sehr niederschlagsarm. Es fehlen rund 220 Liter pro Quadratmeter“, sagt Hauzinger, welcher im eigenen Garten eine Wetterstation hat und sich – was auf den ersten Blick kontroversiell erscheinen mag – nicht zu viel Regen für das restliche Jahr erhofft. „Klar wünsche ich unseren Landwirten viel Regen, aber ich hoffe, dass wir das Niederschlagsdefizit bis zum Jahresende nicht aufholen, denn dann würden etliche Städte und Dörfer entlang von Flüssen überflutet“, so Münzkirchens „Wetterfrosch“.Dass die Temperaturen in den vergangenen Jahren stetig steigen, ist auch im Tierreich zu beobachten: Immer mehr Tiere aus dem Süden werden in der Region heimisch. „Schon seit geraumer Zeit kann ich die Spanische Spinne bei uns finden. Diese lebt eigentlich nur in warmen Gegenden“, gibt Hauzinger zu bedenken


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