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Faszination „Spartan Race“: bis ans Limit und manchmal darüber hinaus

Omer Tarabic, 23.10.2018 16:58

BEZIRK SCHÄRDING. Rund eine Million Sportler weltweit nehmen jährlich an der Rennserie „Spartan Race“ teil. Mit Dagmar Pachmann und Karolina Böröczki sind zwei Fitness-Trainerinnen aus dem Bezirk dem Virus dieser Rennen ebenfalls verfallen. 

Bitte lächeln: Dagmar Pachmann beim Spartan Race in München
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„Arooooo“ – wenn dieser antike Schlachtruf erklingt, dann werden aus normalen Sportlern Spartaner, welche in den kommenden Stunden Hindernisse überwinden und dabei verschiedenste Renndistanzen zurücklegen werden.

„Diese Rennen erfordern Fähigkeiten, die wir in den Grundsätzen eigentlich alle meistern sollten. Das Erlebnis und die dazugehörige Einstellung, sich bewusst für eine gewisse Zeit lang maximal unbequemen Herausforderungen zu stellen, lernen heutzutage viele Menschen erst wieder ganz neu kennen. Grenzerfahrungen, Teamgeist, Willensstärke und die Euphorie nach dem Erreichen des Ziels bieten unserer leider derzeit in mancher Hinsicht weichgespülten Gesellschaft wieder Aufregung und Abenteuer“, so Dagmar Pachmann, Tae Bo-Trainerin aus St. Florian, welche hinzufügt: „Die dadurch gewonnene Selbsterfahrung kann ich jedem empfehlen.“ Und die Innviertlerin weiß, wovon sie spricht, denn immerhin hat sie schon an zehn Spartan-Rennen teilgenommen.

Beim diesjährigen Bewerb in Wien wurde die Innviertlerin Fünfte und schaffte mit dieser Platzierung sogar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in den USA. Doch wegen eines fehlenden adäquaten Sponsors musste sie die Teilnahme absagen. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass Dagmar Pachmann 2017 ihren ersten Spartan gelaufen ist. „Richtiggehend schockmotiviert durch die vielseitigen Anforderungen des Rennens und dessen sich bietenden neuen Herausforderungen wollte ich wissen, wie viel mehr für mich in dieser Disziplin möglich ist“, so Pachmann, die ab Anfang 2019 wieder speziell auf Hindernisrennen abgestimmte Trainingseinheiten anbietet. „Hierbei werden unter anderem die nötigen Skills und deren Technik erlernt, erarbeitet und gemeinsam geübt. Wer mitmachen will, kann sich gerne unter taebofitness@live.de anmelden“, berichtet Pachmann.

Sechs Stunden Qual

Genauso wie Dagmar Pachmann ist auch Karolina Böröczki, Fitness-Trainerin aus Raab, ein Fan der Hindernis-Rennen. „Für mich sind diese Bewerbe eine wirkliche Herausforderung. Man geht ans Limit. Manchmal sogar darüber hinaus“, so Böröczki. Vor allem die Beast-Distanz – dabei muss eine Strecke von 26 Kilometern, gespickt mit 40 Hindernissen zurückgelegt werden – verlangt den Athleten alles ab. Erschwerend kommt hinzu, dass zur Strafe 30 Burpees (eine Mischung aus Kniebeuge, Liegestütz und Strecksprung mit Händen hinter dem Kopf) absolviert werden müssen, wenn ein Hindernis nicht bewältigt werden kann.

„Ich bin den Beast dieses Jahr in Oberndorf, gemeinsam mit meinem Mann gelaufen. Wir haben rund sechs Stunden dafür gebraucht“, meint die gebürtige Ungarin, welche stolz berichtet, dass auch ihr Sohn schon an Kinder-Spartan-Rennen teilnimmt. Wer jetzt glaubt, dass Spartan-Rennen nur etwas für hartgesottene Sportler ist, der täuscht sich. „Das gute an der Rennserie ist die Tatsache, dass es mehrere Distanzen gibt“, so die Wahl-Inn-viertlerin. Eine kurze mit etwas mehr als fünf Kilometern, eine mittlere mit ungefähr 15 Kilometern und eben die Beast-Distanz. Zudem besteht die Möglichkeit, in Gruppen zu laufen: Hier kann ein Athlet dem anderen über die Hindernisse helfen. Die Liebe zu Spartan geht so weit, dass manche Sportler alle drei Distanzen an einem Wochenende absolvieren.

Outdoor-Trainingsplatz

Wer die Rennen ohne Hilfe anderer schaffen möchte, ist bei den Trainings von Karolina absolut richtig. „Mein Fitness-Center Iron Body in Raab ist kein klassiches Trainingszentrum, wie man es kennt. Wir arbeiten viel mit freien Gewichten sowie mit dem eigenen Körpergewicht. Ein Kraft-Ausdauer-Training für alle Altersklassen“, informiert die Raaberin, welche hinzufügt: „Ich freue mich jetzt schon sehr darauf, wenn ich meinen eigenen Outdoor-Trainingsplatz kommendes Jahr eröffnen kann. Dann haben wir die Möglichkeit, uns noch gezielter auf Spartan vorzubereiten.“

Alles ist möglich: vom Sportmuffel zum Spartaner

Dass das Training Früchte trägt sieht man daran, dass Karolina schon ihr eigenes Spartan-Team geformt hat, welches sich gemeinsam auf die Bewerbe vorbereitet. „Ich bin wirklich sehr stolz auf meine Gruppe. Einige von ihnen hätten sich niemals zugetraut, solch ein Rennen zu laufen. Doch mit Wille und Einsatz ist vieles möglich“, so Böröczki, welche eine besondere Art hat, sich zu motivieren. „Ich denke nie daran, wie stark oder herausfordernd ein Training oder ein Rennen wird, sondern an das Gefühl danach, wenn ich es geschafft habe.“ (Omer Tarabic) 


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