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BEZIRK SCHÄRDING. Durch die Coronakrise haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren beziehungsweise sind aktuell in Kurzarbeit. Da viele Familien nun weniger Geld zur Verfügung haben, suchen immer mehr Menschen bei der Caritas-Nothilfe um Unterstützung an.

Christine Oberndorfer von der Caritas-Sozialberatungstelle Schärding(Foto: Caritas)
Christine Oberndorfer von der Caritas-Sozialberatungstelle Schärding(Foto: Caritas)

 Die alleinerziehende Gerlinde (38, Name geändert) freut sich, als sie im März bei einem Zahnarzt zu arbeiten, anfangen kann. Doch als zwei Wochen später aufgrund der Corona-Pandemie der Lockdown verkündet wird, verliert sie noch im Probemonat ihren Job. Dazu kommt, dass die Alimente reduziert sind, weil der Vater des Kindes ebenfalls seinen Job verloren hat. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an die Caritas-Sozialberatung Schärding, wo sie Unterstützung erhält.

Erste Hilfe

Diese „erste Hilfe“ ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je und dank der Spenden möglich, um die bei der Haussammlung ab Mitte Juni ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pfarren im Bezirk bitten. Aufgrund der von der Corona-Pandemie ausgelösten Arbeitslosigkeit sind seit dem Lockdown durchschnittlich ein Drittel mehr Unterstützungsansuchen bei den zwölf Caritas-Sozialberatungsstellen in Oberösterreich eingegangen als im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Viertel mehr

„In Schärding haben wir in diesem kurzen Zeitraum bis Ende Mai ein Viertel mehr Menschen betreut wie im selben Zeitraum 2019. Wir haben 43 Erwachsene und 37 mitbetroffene Kinder unterstützen können“, berichtet Christine Oberndorfer von der Caritas-Sozialberatung in Schärding. Auch Gerlinde, Mutter eines sechs Jahre alten Sohnes, half die Caritas rasch mit Lebensmittelgutscheinen und einer finanziellen Unterstützung bei einer Stromnachzahlung.

Anstieg der Arbeitslosigkeit

Den durch die Corona-Krise verursachten Anstieg der Arbeitslosigkeit spürt die Caritas-Mitarbeiterin Christine Oberndorfer in ihrer täglichen Arbeit: „Es gibt viel mehr Anfragen, weil mit dem geringeren Einkommen können viele gerade ihre Miet- und Energiekosten bestreiten. Zum Leben bleibt da nicht mehr viel übrig. Dazu kommt auch die Sozialhilfe neu. Durch die Anrechnung der Wohnbeihilfe zum Einkommen erhalten die Menschen weniger finanzielle Unterstützung. Ich erlebe sehr oft, dass Menschen, die kurz vor der Pension stehen und ihre Arbeit verloren haben, sich kaum das Leben noch leisten können, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben.“

Unterstützung für 223 Menschen

Im Vorjahr erhielten in der Sozialberatungsstelle Schärding insgesamt 111 Erwachsene und 112 mitbetroffene Kinder eine Unterstützung. Ob jemand Anspruch auf die Caritas-Hilfe hat, wird anhand der Einkommens- und Ausgabensituation genau geprüft. Gemeinsam wird ein langfristiger Weg aus der Krise erarbeitet. Als „erste Hilfe“, um eine akute Notsituation zu überbrücken, gibt die Caritas-Mitarbeiterin Lebensmittel- und Bekleidungsgutscheine aus. „Wenn erforderlich, werden auch Zuschüsse zu Heizungs-, Strom- oder Mietrechnungen gewährt, allerdings nicht langfristig, sondern immer nur als Überbrückungshilfe“, meint Oberndorfer. Und weiter: „Außerdem hilft sie den Betroffenen, verschiedene sozialrechtliche Ansprüche geltend zu machen.“

Haussammlung

Die Caritas-Nothilfe in den Sozialberatungsstellen funktioniert nur dank der Spenden, die großteils bei der Haussammlung eingenommen werden. Freiwillige Mitarbeiter der Pfarren gehen dabei von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Haussammlungs-Erlagschein im Postkasten. „Dieses Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute – und sichert das Bestehen von Caritas-Einrichtungen“, informiert Oberndorfer. <


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