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ENZENKIRCHEN. Laut Enzenkirchens Bürgermeister Christian Gmundner (FPÖ) soll der Bau eines neuen Kindergartens spätestens 2023 erfolgen. Diese Entscheidung sorgt bei Vizebürgermeister Leander Ertl (ÖVP) für Kopfschütteln.

Der Kindergarten in Enzenkirchen ist schon in die Jahre gekommen. (Foto: Ertl)
Der Kindergarten in Enzenkirchen ist schon in die Jahre gekommen. (Foto: Ertl)

Der Enzenkirchener Kindergarten ist ein Provisorium, das seit über 30 Jahren in den ehemaligen Lehrerwohnungen untergebracht ist. Als der Platz dort zu wenig wurde, hat man zusätzlich die ehemaligen Duschräume der Volksschule für die 3. Gruppe adaptiert. „Da jedoch das Gebäude baulich nicht an die behördlich vorgeschriebenen Standards (zu geringe Raumhöhe, steile Stiege) angepasst werden kann, ist ein Neubau eigentlich alternativlos“, so Enzenkirchens Vizebürgermeister Leander Ertl (ÖVP). Dies sieht Ortschef Christian Gmundner ebenfalls so: „Eine Sanierung ist ausgeschlossen.“

Volksschulsanierung nach 20 Jahren beendet

Laut Ertl wird seit Jahren über den Neubau gesprochen, passiert sei bisher jedoch nichts. „Seit ich 2015 in den Gemeinderat einzog, war es mir immer schon ein großes Anliegen, dieses Projekt endlich anzugehen und umzusetzen. Doch aufgrund der Volksschulsanierung musste das Projekt warten.“ Diese konnte letztes Jahr nach drei Etappen und einem Zeitraum von rund 20 Jahren endlich abgeschlossen werden. „Bei diesem Projekt wurde eindrucksvoll gezeigt, welche Mehrkosten bei einer Sanierung entstehen können. Veranschlagt waren 950.000 Euro und gekostet hat die Sanierung letztlich rund 2.900.000 Euro. Auch damals hätte die ÖVP-Fraktion einen Abriss und den Neubau eines Schulzentrums mit Kindergarten gefordert“, meint Ertl.

Fertiges Projekt

Um endlich eine langfristige und nachhaltige Lösung für den Kindergarten zu schaffen, hat sich der ÖVP-Politiker auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück begeben und dieses als Lückenschluss zwischen der Volksschule und der Freizeitanlage auch gefunden. „Folglich habe ich mich an ein renommiertes Architekturbüro gewannt, welches solche Projekte auch schon sehr oft erfolgreich umgesetzt hat. Mit dem detaillierten Vorentwurf samt fertiger Kostenaufstellung (rund 2,7 Millionen Euro) habe ich mich dann an Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander gewandt und ihr dieses Projekt vorgestellt. Durch die detaillierte Ausarbeitung gab es dazu auch die Zustimmung und eine grundsätzliche Zusage zum Projekt von Seiten der Landespolitik“, so Ertl. Auch in der Gemeinde schien das Projekt gut anzukommen. „Für ein solches Projekt müssen dann die weiteren und einleitenden Beschlüsse im Gemeinderat gefasst werden, welche im Juni 2021 auch einstimmig und im August 2021 dann mehrheitlich in den Gemeinderatssitzungen gefasst wurden“, so Ertl. Doch danach sei nichts passiert. Wahrscheinlich auch wegen des Wahlkampfes

Ärger bei Ertl

Jetzt, rund drei Monate nach der Wahl, hat sich die Situation entscheidend verändert, denn die SPÖ und die FPÖ haben sich bei einer Abstimmung nun gegen das Projekt entschieden. Diese Tatsache sorgt bei Ertl für Ärger. „Durch einen gemeinsamen ­Antrag der Fraktionen FPÖ und SPÖ wurde das Projekt durch diese beiden Fraktionen eingestellt. Ich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass wir von der ÖVP das Projekt eingereicht haben.“ Bürgermeister Gmundner kann die Aufregung von Ertl zum Teil nachvollziehen. „Er hat sich sehr um das Projekt bemüht. Aber wir haben uns nun dagegen entschieden. Auf dem besagten Grundstück ist der Boden zu schlecht. Wir hätten mit erheblichen Mehrkosten rechnen müssen“, so Gmundner. Der gleichen Meinung ist auch Enzenkirchens SPÖ-Chef Kurt Grömer. „Der Standort hat einfach nicht gepasst. Zudem hat es bedenken bezüglich der Zufahrt gegeben. Das waren die Gründe gegen den Neubau. Das hat nichts damit zu tun, dass der Vorschlag von der ÖVP kam.“ Bezüglich der Mehrkosten widerspricht Ertl den beiden Politikern. Diese seien bereits in den Kosten mit eingerechnet. „Ich sehe diese Begründung aus Ausrede“, meint Ertl.

Neubau 2023

Dass ein Kindergarten in Enzenkirchen benötigt wird, davon sind alle Fraktionen überzeugt. „Im Zuge des Wahlkampfes habe ich den Bürgern einen neuen, modernen Kindergarten versprochen. Ich stehe zu meinem Wort. Der Baubeginn wird spätestens 2023 erfolgen. Ein Planungsbüro wurde von uns bereits beauftragt. Wir werden hier aber keine Schnellschüsse tätigen, sondern in Ruhe alles planen. Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Steuern, die wir für den Bau verwenden“, meint Gmundner. Für Ertl wurde die Chance vertan, den Neubau schneller abzuschließen. „Jetzt vergehen wieder zwei Jahre. Ich bin gespannt, ob der Baubeginn eingehalten wird“, meint Enzenkirchens Vizebürgermeister.


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