Afrikanische Lebensfreude und Ausgewähltes im Schütz Art Museum Engelhartszell
ENGELHARTSZELL. Das Schütz Art Museum bringt mit seinen neuen Ausstellungen im Jubiläumsjahr viel Lebensfreude nach Engelhartszell. Zu sehen sind neben ausgewählten Besonderheiten der eigenen Sammlung unter anderem Werke des Künstler-Brüderpaares Mbayiwa aus Simbabwe.

„Wir wollen Kunst erlebbar machen, begreifbar – sinnlich, stimulierend, inspirierend“, sagen die Museumsgründer Irene und Josef Schütz. Sie wagten vor mehr als 30 Jahren den Schritt, ihre Berufung zum Beruf zu machen – und widmeten ihr Leben der Kunst. Seit fünf Jahren präsentieren sie die gesammelten Schätze und weitere Kunstwerke im Schütz Art Museum der Öffentlichkeit. Unterstützt werden sie seit Neuestem von Museumsdirektor Gregor Auenhammer.
Transkontinentaler Dialog
Während sich die Sammler zunächst auf die Klassische Moderne, die „goldene Ära“ der Österreichischen Kunst, spezialisierten, erweiterten sie mit der Zeit das Spektrum, wodurch sich ein transkontinentaler, Grenzen und Zeiten sprengender Dialog entwickelte. Schon Klimt und Schiele waren von anderen Kulturen, wie dem Japonismus beeinflusst, wie sie betonen. Und auch die Künstler des Wiener Fin de Siècle inspirierten ganze Generationen internationaler Provenienz.
Sammlung und Farbenfreude
Ausgestellt ist aktuell die „Schütz Collection Part One“. Werke aus der Klassischen Moderne stehen neben zeitgenössischer Kunst, darunter Bilder die bei dem „Artists in Residence“-Programm vor Ort entstanden, wie ein Porträt der chinesischen Künstlerin Li Hua.
Eine wahre Farbexplosion erwartet die Besucher außerdem in der Ausstellung von Hugh Hatitye Mbayiwa und Lionel Tazvitya Mbayiwa. Sie trägt den Titel „Hold my Hand“ (Halte meine Hand) – und steht für eine dauerhafte künstlerische Beziehung der beiden.
Kunst als Schulfach eingeführt
Die Brüder wuchsen im ländlichen Simbabwe auf. Hugh kehrte nach seiner Ausbildung an den Visual Art Studios der National Gallery of Zimbabwe aufs Land zurück und führte dort Kunst als Schulfach ein. Sein Bruder Lionel wurde einer seiner Schüler. Inzwischen beeinflussen sich beide gegenseitig.
Afrika an einem „lächelnden Tag“
Hughs Werke sprühen vor Farben: „Fast fühlt man die Sonne, kann Aromen der Natur richtiggehend riechen“, beschreibt das Museum seine Kunst. Die lebendigen Farben und detaillierten Muster interpretieren Afrika an einem „lächelnden“ Tag. Kunst ist für Hugh ein Mittel der Kommunikation.
Fabeln zum Leben erweckt
Die Werke von Lionel sind nicht weniger farbenfroh. Sie erwecken Geschichten und Fabeln der Stammeskunst. „Die Mythen, der Glaube und die Kultur sind Teil meiner Geschichte“, sagt der Künstler. Zu sehen ist aber auch der Einfluss von großen Vorbildern wie Hieronymus Bosch oder Pablo Picasso. Josef Schütz entdeckte seine Werke in Kapstadt und lud daraufhin die Brüder nach Engelhartszell ein.
Weitere Pläne
Die nächsten Ausstellungen sind bereits geplant. Unter anderem ist 2026, in Anlehnung an das Jahr des Feuerpferdes, eine Werkschau zum Thema Pferde zu sehen. Erstmals stehen außerdem Kunstwerke des Engelhartszeller Glaskünstlers Helmut Hundstorfer im Fokus des Museums.


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