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SCHÄRDING. Heimwerken steht derzeit hoch im Kurs. Viele Menschen stürmen seit der Öffnung nach dem Lockdown die Baumärkte, um sich das eigene Zuhause zu verschönern, den Garten zu gestalten oder Schäden zu reparieren. Aber gerade beim Heimwerken passieren leicht Unfälle. Mit einfachen Vorkehrungen lassen sich Verletzungen jedoch vermeiden.

  1 / 2   Bernd Hermann, Facharzt für Unfallchirurgie, Sportmedizin sowie Orthopädie und Traumatologie am Klinikum Schärding ist begeisterter Handwerker. (Fotos:OÖG)

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit verletzten sich 2019 etwa 308.600 Mensch bei Haushaltsunfällen, die eigenen vier Wände zählen somit zum häufigsten Unfallort. Bernd Hermann, Facharzt für Unfallchirurgie, Sportmedizin sowie Orthopädie und Traumatologie am Klinikum Schärding und selbst begeisterter Handwerker, gibt Tipps, wie man sich schützen kann. Oft passieren Unfälle aufgrund von fehlender oder mangelhafter Schutzkleidung oder Ausrüstung. „Leider kommen häufig Patienten mit schweren Handverletzungen in die Ambulanz, weil oftmals die Schutzvorrichtungen an den Geräten deaktiviert oder abgebaut worden sind. Zum Beispiel bei Holzspaltern passieren immer wieder schwere Unfälle mit Einklemmungen bis hin zu Amputationen. Wichtig ist auch, Stolperfallen im Arbeitsbereich zu vermeiden, denn diese haben häufig die Verletzung des Sprunggelenks zur Folge – und deren Behandlung kann mehrere Wochen dauern“, so Hermann, der Heimwerkern unbedingt das Tragen einer Schutzkleidung empfiehlt. „Gerade bei kleinen Ast- oder Baumschnitten sollte auf jeden Fall eine Schutzhose getragen werden, da bei scheinbar einfacheren Arbeiten die Konzentration rascher schwindet. Auch Schutzbrillen, Handschuhe sowie auch ein Gehörschutz sollten benutzt werden“, empfiehlt der engagierte Mediziner und fügt hinzu: „Informieren Sie sich im Fachhandel, welche Ausrüstung für welche Tätigkeit passend ist.“

Werkzeuge und Geräte

Bevor ein Gerät in die Hand genommen wird, sollte in der Betriebsanleitung nachgelesen werden, wie das Werkzeug funktioniert und dessen Funktionssicherheit geprüft werden. Eine richtige Einschulung beim Erwerb eines Gerätes hilft, Verletzungen vorzubeugen. Wichtig ist, Geräte bei ihrem Einsatz vom Körper wegzuführen, um Verletzungen zu vermeiden. Auch auf herumliegende Stromkabel – Stichwort Stolperfalle – ist zu achten. Naturgemäß bergen Tätigkeiten in der Höhe ein größeres Gefahrenrisiko. Jeder Fünfte verletzt sich bei einem Sturz von einer Leiter oder einer Ersatz-Steighilfe.

„Bei der Verwendung von Leitern ist auf einen sicheren Stand zu achten und unter Umständen sollte man jemanden bitten, die Leiter festzuhalten. Das Stehen auf einem Sessel oder anderen wackeligen Konstruktionen wie Tischen oder Kisten ist dabei besonders riskant“, sagt Oberarzt Hermann.

Kein Zeitdruck

Bei aller Freude am Bauen, Reparieren, Streichen und Gartenarbeiten sollten auch immer wieder Pausen eingelegt werden. Das vermeidet Unfälle aufgrund von Überanstrengung und man hat auch Zeit, die eigenen Fortschritte zu betrachten. Wichtig ist laut dem Mediziner auch, nicht unter Zeitdruck zu arbeiten. Länger dauernde Tätigkeiten sollte man besser auf mehrere Tage aufteilen oder jemanden um Mithilfe bitten.


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