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ST. Wolfgang. Da staunte Bürgermeister Franz Eisl nicht schlecht. Das seit drei Monaten amtierende Ortsoberhaupt musste entdecken, dass seit 20 (!) Jahren Bauverfahren nicht abgeschlossen wurden.

Das Aufarbeiten der nicht abgeschlossenen Bauvorhaben in St. Wolfgang wird wohl Jahre dauern.
Das Aufarbeiten der nicht abgeschlossenen Bauvorhaben in St. Wolfgang wird wohl Jahre dauern.

Im Vorjahr war der damalige Bürgermeister Hannes Peinsteiner (ÖVP) wenige Monate vor der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl zurückgetreten. Dem war ein alles andere als schmeichelhafter Prüfbericht des Landes vorausgegangen. Eine der Hauptforderungen der Prüfer an die Marktgemeinde war damals eine neue Amtsorganisation. Deren Planung und Umsetzung beschäftigt die Gemeindemitarbeiter und die politischen Verantwortungsträger seit vielen Wochen und Monaten. Diese entdeckten nun, dass über 900 Verfahren – vom Einbau der Ölheizung bis zur Errichtung ganzer Häuser – nicht abgeschlossen wurden. Bei 70 Prozent fehle die behördliche Abnahme nach Fertigstellung, be 30 Prozent sind die Verfahrenslücken noch größer. Der zuständige Beamte habe zwar vor Jahren auf den nicht zu bewältigenden Arbeitsumfang hingewiesen, habe aber keine Unterstützung bekommen und dann irgendwann keine Bauverfahren mehr abgeschlossen. Dadurch sind mehr als die Hälfte aller Liegenschaften in St. Wolfgang nicht rechtmäßig errichtet. Pikant: Ex-Bürgermeister Peinsteiner hatte stets die „schlanke Verwaltung“ der Gemeinde betont.

Aufarbeitung startet in den nächsten Wochen

In enger Abstimmung mit den drei Gemeinderatsfraktionen sollen nun von den zuständigen Abteilungen des Landes erste organisatorische Maßnahmen einleiten. „Wichtig ist für uns eine bürgerfreundliche Aufarbeitung der offenen Punkte – eine gute Beratung der Bauwerber ist uns wichtiger als so manche übereilte Erledigung“, so Eisl, der bei der Aufarbeitung von einer parteineübergreifenden Arbeitsgruppe mit SP-Vizebürgermeister Wolfgang Peham, Thomas Hillebrand (FP) und VP-Fraktionsobmann Arno Perfaller unterstützt wird. „Nach Durchsicht der Akten werden wir direkt und unbürokratisch auf jeden betroffenen Bauwerber zukommen und offene Punkte klären. Ich kann garantieren, dass das gemeinsam mit dem Land zusammengestellte Team sehr bürgerfreundlich sämtliche offene Akten abarbeiten und zum Abschluss bringen wird“, betont Eisl.


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