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Der Böhmerwald galt einst als Hochburg der Glaserzeugung, das „Böhmerwaldglas“ erlangte Weltberühmtheit. Heute ist vor allem noch die Hinterglas-Malerei bekannt.

Sonnenwald war eine der Siedlungen für Glaserzeuger und Holzfäller.
Sonnenwald war eine der Siedlungen für Glaserzeuger und Holzfäller.

Man nimmt an, dass schon bei der Erfindung des Fensterglases die Pottasche als Schmelzhilfe bekannt war. Pottasche entsteht in kleinen Mengen bei der Holzverbrennung. Sie muss dem Quarzstaub beigemengt sein, um dieses in der Feuersglut zum Schmelzen zu bringen. Zur Gewinnung der Pottasche wurden große Waldflächen im Böhmerwald niedergebrannt. Das war auch ein Grund, dass dort die ersten Glasschmelzöfen zur Glaserzeugung entstanden sind.

An die hundert dieser Öfen sollen einst dort gearbeitet haben und das Böhmerwaldglas erlangte Weltberühmtheit. Das Stift Schlägl, dem der Böhmerwald gehört, baute für die Produktion Arbeiterhäuser zur Ansiedlung der Holzknechte und Glaserzeuger. Heute stehen diese Häuser meist leer, dienen als Wochenendwohnungen oder verfallen. Wenn einst der Böhmerwald von hunderten Bewohnern überquoll, leben heute nur mehr wenige Holzfäller oder Wanderer dort. Sogar eine kleine Schule hat einst die Gemeinde Ulrichsberg gebaut. Seit dem Jahr 1972 ist sie stillgelegt. Zur Kirche gingen die Leute aus Sonnenwald und Schöneben nach Glöckelberg jenseits der Staatsgrenze. Als diese 1945 geschlossen wurde und 1946 die Bewohner vertrieben wurden, brach das Leben im Böhmerwald zusammen. Die örtliche Glasproduktion wurde bereits im Jahr 1900 nach Böhmen verlegt oder eingestellt.

Hinterglasmalerei lebt weiter

Die von den Böhmerwäldern erfundene Hinterglasmalerei wurde jedoch in anderen Regionen intensiviert und weitergepflogen. Dort ist die Malerei der Tradition über Jahrhunderte treu geblieben und lebt weiter, während sie im Wald völlig ausgestorben ist. Im heurigen wurde sie durch die Herausgabe einer Marke von der Post ins heutige Leben zurückgerufen.

Verfasser: Fritz Winkler


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