Wir leben im Paradies und leiden
ULRICHSBERG. Immer mehr Menschen landen im Burn-Out, psychische Erkrankungen greifen um sich. Und das, obwohl wir in Zeiten des Wohlstandes leben. Der gemeinnützige „Verein für Sein“ aus Ulrichsberg will Menschen helfen zu sich selbst zu finden und sich selbst zu helfen.

„Haben um zu sein, nicht sein um zu haben! Das ist der springende Punkt. Unsere Gesellschaft häuft nur mehr Besitz an, er ist das Aushängeschild des Menschen geworden, nicht mehr seine Persönlichkeit“, wird der gebürtige Inder Krishan Dutt Sharma emotional, wenn er von diesem Thema spricht. Und er weiß, wovon er redet: Seit Jahren arbeitet der promovierte Sportwissenschaftler als Bewegungstherapeut in einer renommierten psychosomatischen Klinik am Chiemsee.
Macht nicht vor Kindern Halt
Es macht ihn nachdenklich, dass es dort eine eigene Station für Jugendliche gibt, die sich selbst verletzen oder an Essstörungen leiden: „Das ist ein Spiegel unserer Gesellschaft: Wir leben im Paradies und leiden!“
Kostenlos Hilfe und Beratung
Der Verein für Sein mit Krishan Dutt Sharma als wissenschaftlichem und spirituellem Leiter nimmt sich dieser Thematik an.
Im Februar hat er sich erstmals zur konstituierenden Sitzung zusammengefunden. Seither bietet er jeden letzten Samstag im Monat kostenlose Infoveranstaltungen und Meditationen an (nächster Termin: 24. Juni, 10 Uhr, Hotel Almesberger in Aigen-Schlägl). Auch Vorträge und Kurse will der Bewegungstherapeut zu Themen wie Burn-Out, Meditation oder Selbstfindung halten.
Renommierter Referent
Dafür nimmt der Therapeut, der sich in Deutschland bereits als Referent für renommierte Institutionen wie etwa der Bundespolizei einen Namen gemacht hat, die weite Fahrt vom seinem Wohnort am Chiemsee ins Mühlviertel in Kauf. „Es ist mir ein Herzensanliegen, den Menschen zu helfen. Ich will nichts verdienen, nur mein Wissen und meine Erfahrung weitergeben. In Zeiten wie diesen, in denen materieller Besitz zum Lebensinhalt und Fremdbestimmung statt Selbstbestimmung normal geworden ist, wollen wir damit einen Kontrapunkt setzen“, erklären Sharma und die Obfrau des Verein für Sein, Adelheid Hüpf.
Auf Gönner angewiesen
Eben keinen Gewinn machen zu wollen ist es auch, was den Verein so einzigartig in dieser Thematik macht. Hüpf: „Es gibt ja schon ein breites Angebot in die Richtung Meditation und Stressbewältigung und die Menschen geben Unsummen dafür aus. Das ist nicht unser Antrieb. Alles unsere Angebote sind grundsätzlich kostenlos. Falls sich jemand mit Spenden einstellen möchte, werden wir diese für den Ankauf von Turnmatten oder die Einrichtung eines fixen Raumes mit Beamer für unsere Kurse verwenden. Wir freuen uns aber auch, wenn uns jemand einen Raum für unsere Zwecke zur Verfügung stellen möchte.“
KONTAKT:
Wer den „Verein für Sein“ unterstützen oder mehr über ihn erfahren möchte, Beratung sucht oder spenden will, kann Kontakt unter vereintsein@gmx.at oder 07288/6232 aufnehmen.
Spendenkonto:IBAN: AT73 3441 0000 0762 8670BIC: RZOOAT2L410


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