Kulturerbe im Schaufenster: Eine Suche nach den eigenen Wurzeln
WELS. „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“. Das ist ein Leitsatz von Georg Fritsch und auch Albert Neugebauer. Beide setzen sich für den Erhalt des Kulturerbes ein. Es ist dies eine besondere Zusammenarbeit.

Kulturerbe im Schaufenster nennt sich das Projekt. In der Auslage seines Geschäftes in der Pfarrgasse hat Neugebauer Bilder aus Felldorf (Rumänien) aufgehängt. Hier kommt Fritsch ins Spiel. Der Welser kümmert sich mit viel Herzblut und Engagement um diese Kirchenburg in Siebenbürgen: „Meine Eltern waren Siebenbürger und mussten 1944 fliehen und kamen nach Österreich. 2009 starb mein Vater und ich wollte wissen, wo meine Wurzeln sind. Als ich wenig später nach Felldorf fuhr und die Ruine sah, wollte ich helfen“.
Gesagt getan. Es entstand Projekt Phönix Felldorf. Daraus wurde nun ein Restaurationszentrum, das altes Handwerk wieder aufleben lässt. In Schautafeln wird im Geschäft in der Pfarrgasse quasi dass Vorher-Nachher Bild gezeigt: „Die Schule war in einem erbärmlichen Zustand. Mit Hilfe von Spenden gibt es nun fließendes Wasser und Toilettanlagen für die Kinder. Das Dach wurde gedeckt, der Dachstuhl erneuert. Wichtig ist uns aber, dass das alles restauriert wird und die Menschen vorort einbezogen werden“. Es ist dort ein Schulungszentrum für Studenten aber auch für Lehrlinge entstanden. Alte Techniken werden gelehrt und ausprobiert, Fresken freigelegt und bearbeitet, Friedhöfe erneuert und so weiter. Es wird alles über Spenden finanziert und ist zu einem Vorzeigeprojekt geworden. „Step by Step geht alles weiter und wird erhalten“, sagt Fritsch. Für Neugebauer ist dies auch ein Zeichen: „Wir müssen auf das Kulturerbe stolz sein, darauf aufbauen und selbst aktiv werden. Kulturerbe ist für Europa und die Welt das verbindende Element“.


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