Wohungslosigkeit von Frauen ist viel verdeckter

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Soziales Wohnservice Wels hilft seit mehr als 30 Jahren. (Foto: Tips)
Gerald Nowak Gerald Nowak, Tips Redaktion, 20.04.2021 08:01 Uhr

WELS. Die Mitarbeiter des Sozialen Wohnservice sehen mit den unterschiedlichsten Einrichtungen 365 Tage im Jahr im Einsatz. Corona hat naturgemäß auch die Arbeitsweise verändert, aber die Probleme - Wohnungsnot und Obdachlosigkeit oftmals bedingt durch psychische Probleme und Arbeitslosigkeit - sind gleich.

Bettina Reichhold ist Geschäftsführerin im Sozialen Wohnservice in Wels. Sie kennt ihre Klienten, die Geschichten dahinter.  „Es fällt auf, dass Wohnungslosigkeit von Frauen viel verdeckter ist. Während die Plätze für die Männer meist ausgelastet sind, könnten wir Frauen noch leicht unterbringen. Ich glaube, dass Frauen durch die Pandemiezeit noch mehr er- und mittragen müssen, bevor sie um Hilfe bitten. Die Angst vor Wohnungslosigkeit und dann alleine dazustehen, ist wohl zu groß. “.

Es ist ebenfalls zu beobachten, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen mehr werden. Das konnten die Mitarbeiter im Tageszentrum beobachten: „Ein Großteil der Klienten ist psychisch krank und die Menschen bringen ihre schizoiden und psychotischen Krankheitsbilder sehr stark zum Ausdruck“, erklärt Reichhold.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Tageszentrum seit Monaten sehr eingeschränkt geöffnet.. Termine werden telefonisch vereinbart. Die Mitarbeiter sind für die Klienten da: „Doch es geht um den Schutz aller“, so Reichhold.

Notschlafstelle

In der Eisenhowerstraße ist eben diese Einrichtung. Im November 2020 kam es zu einem Corona-Ausbruch: Mehr als 50 Prozent  der Bewohner und ein Drittel des

Personals wurden Corona-positiv getestet. 10 Tage Quarantäne im Wohnheim. Umstellung auf Home-Office, Begrenzung des Personals vor Ort und gänzliche Umstellung auf Telefonberatungen. „Bei den Bewohnern führte diese Quarantäne zu Antriebslosigkeit und Resignation“, erinnert sich Reichhold. Im Gegenzug zeigte sich aber, als die Notschlafstelle auch tagsüber geöffnet hatte, dass viele Klienten zum ersten Mal seit langem Geborgenheit und Ruhe erlebten. Reichhold bleibt jedoch dabei, dass die psychischen Belastungen einfach immer größer werden.

Viele Unterstützer 

Möglichkeiten das Soziale Wohnservice zu unterstützen sind wegen Covid 19 derzeit sehr schwierig: „Social Cooking geht derzeit vor Ort gar nicht. Aber viele Unterstützer stehen weiterhin treu zur Seite und helfen mit Spenden. Es gibt ebenfalls viele Projekte, die uns weiterhelfen. Der Zusammenhalt ist größer geworden“, sagt die SWS Obfrau Petra Wimmer.  

Informationen

Der Verein „Soziales Wohnservice Wels“ (SWS) wurde 1989 gegründet und betreut an 365 Tagen wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Familien, junge Erwachsene, Frauen und Männer.

SWS Angebote: Tageszentrum, Notschlafstelle für Frauen und Männer, Wohnheim für Frauen und Männer, Frauen-Wohngemeinschaft, Übergangswohnungen. Das Tageszentrum in der Salzburgerstraße ist eine Anlaufstelle für die Menschen, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Die Einrichtung bietet einfache Grundversorgung und eine sichere, warme Aufenthaltsmöglichkeit. Im E37 in der Eisenhowerstraße gibt es kurzfristige und längerfristige Übernachtungsmöglichkeiten. Rund 1000 Menschen werden von der Sozialeinrichtung jährlich betreut.

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