Mehr als nur eine Werkstätte: Spatenstich bei der Lebenshilfe
WELS. Die Umbaupläne existieren seit 2009. Jetzt glühten die Spaten in der Gabelsbergerstraße. Und nach dem offiziellen Spatenstich ließen es sich die zukünftigen Mitarbeiter und Betreuer der Lebenshilfe Werkstätte es nicht nehmen, ihr Projekt endlich starten zu lassen.

Der Neubau ersetzt die Werkstätte, die sich zuvor in der Friedhofstraße befand und nun seit über vier Jahren vorübergehend im ehemaligen Raika-Gebäude in Thalheim ein Ausweichquartier gefunden hat. Neben der Werkstätte wird in den kommenden rund 12 Monaten aber auch ein Shop und Café errichtet: „Das Café soll ein Ort der Begegnung werden, in dem Menschen ohne Bezug zu Menschen mit Beeinträchtigung mit unseren Beschäftigten in Begegnungen treten können“, sagte Lebenshilfe-Geschäftsführer Gerhard Scheinast. Und für die Mitarbeiter ist es ein weiterer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. „Das lange Warten und das viele Nachfragen hat sich gelohnt“, freute sich die Beschäftigte Denise Fuchsberger als Haussprecherin und Regionalsprecherin über den Spatenstich.
Labg. Peter Csar (VP) freute sich doppelt bei der Feier. „1984 habe ich meinen Zivildienst bei der Lebenshilfe Wels absolviert. Die neue Werkstätte ermöglicht ein erfülltes Zusammenleben aller Menschen. Die Lebensqualität von Menschen mit Beeinträchtigung wird erhöht und ein sinnerfülltes Leben gefördert“.
Neben der Werkstätte mit Shop und Cafe wird es auch Therapieräume, Pflegebereich und einen großen Garten geben. „Damit können auch Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf in der Werkstätte tätig sein, so Werkstättenleiter Peter Martin: „Die neue Werkstätte ermöglicht, dass unsere Beschäftigten, die aktuell im Alter von 18 bis 59 Jahre sind, länger bei uns bleiben können – wir werden damit zukunftsfit.“ Insgesamt werden 38 Beschäftigte und das Team von acht Betreuern Platz finden. Im Café und Shop im Erdgeschoss entstehen vier bis sechs Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung. Weiters wird die Keramikgruppe, deren Produkte bereits jetzt großen Anklang finden, im Erdgeschoss angesiedelt und auch hier freuen sich die Beschäftigten auf Begegnungen mit Kundschaft. Im Obergeschoss werden Auftragsarbeiten für Unternehmen – darunter die Firma Trodat als langjähriger Kunde – erledigt. Weitere Beschäftigte der Werkstätte sind in der Grünraumpflege bei Firmen und Privatpersonen tätig und arbeiten im Rahmen der Integrativen Beschäftigung bei Unternehmen.


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