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WELS. Aktivisten der Grünen aus Wels und Wels-Land haben spontan die sechs in Wels verlegten Stolpersteine gereinigt. Die „Stolpersteine“ sind im Boden eingelassene Messingplatten, die an das Schicksal von Menschen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. 

  1 / 2   Dominik Maurer, Ralph Schallmeiner und Markus Faber putzten gemeinsam mit Claudia Weitzenböck die sechs Welser Stolpersteine. (Foto: Grüne)

In Wels wurden sechs dieser kleinen Denkmäler an vier Standorten verlegt, die offenbar schon längere Zeit nicht mehr gereinigt worden waren. „Am 8. Mai jährt sich das Ende des NS-Regimes zum 80. Mal. Wir fanden, dass dies ein passender Anlass ist, die Stolpersteine zu säubern und wieder sichtbar zu machen. Sie sollen die Vorbeikommenden zum Innehalten, Lesen und Nachdenken anregen – das ist nur möglich, wenn sie auch gut sichtbar sind“, erklärt der Grüne Bezirkssprecher von Wels-Land, Nationalratsabgeordneter Ralph Schallmeiner, die Aktion.

Erinnerung an sechs Welser Juden

Drei Stolpersteine in der Knorrstrasse erinnern an die jüdischen Welserinnen Klara, Ernestine und Elfriede Grünberg, die 1942 in den Vernichtungslagern Maly Trostinez und Izbica ermordet wurden. In der Goethestraße 21 wird an Karl Ammer, kommunistischer Widerstandskämpfer, der 1945 im KZ Mauthausen ums Leben kam, erinnert. Ein weiterer Stolperstein in der Stefan-Fadinger-Straße 7 gedenkt Pater Paulus Wörndl. Dieser war katholischer NS-Gegner, der 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet wurde. In der Rablstraße 3 erinnert ein Stolperstein an Ignaz Rößler, sozialdemokratischer Widerstandskämpfer und ehemaliger Gemeinderat, der 1945 im Linzer Polizeigefängnis ums Leben kam.

„Werden regelmäßig reinigen“ 

An der Reinigungsaktion beteiligten sich neben Schallmeiner auch die Thalheimer Grünen-Fraktionssprecherin Claudia Weitzenböck, der Welser Gemeinderat Markus Faber und Dominik Maurer aus Marchtrenk. Die Gruppe betont: „Wir werden uns auch in Zukunft um die Pflege der Stolpersteine kümmern und sie bei Bedarf regelmäßig reinigen. Besonders rund um den Jahrestag der Novemberpogrome wollen wir wieder nach den Steinen sehen. Auch das gehört zum Versprechen ‚Nie wieder!‘ dazu.“


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