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MARCHTRENK. „Wir wollen eine moderne Straße mit Lärmschutz für die Anrainer“, sagt Bürgermeister Paul Mahr (SP).Bei der Spar-Kreuzung wird am kommenden Freitag, 27. April, ab 13 Uhr demonstriert und die B1 auch teilweise gesperrt.

Schon mehrmals machten die Marchtrenker auf ihre Anliegen aufmerksam. Derzeit befahren die B1 rund 30.000 Fahrzeuge am Tag.

Von einer stundenlangen Totalsperre sieht Bürgermeister Paul Mahr (SP) ab: „Aber in Fahrtrichtung Wels wird sie für zwei Stunden erschwert passierbar sein. Wir wollen ein klares Zeichen setzen und unsere Standpunkte laut darlegen.“ Er sei für Gespräche bereit, sagt das Stadtoberhaupt in Richtung Steinkellner (siehe Infokasten).

Gemeinsamer Spaziergang

Seine Tür stehe offen, meint Steinkellner als Antwort. Bürgermeister Mahr hat auch einen Vorschlag: Anstatt sich im Büro zu treffen, schlägt er einen gemeinsamen Spaziergang entlang der B1 zu Stoßzeiten vor: „Damit er auch sieht, dass wir nichts Unmögliches fordern, wenn wir von einer modernen Straße ohne Ampelanlagen reden. Wir fordern den seit 30 Jahren versprochenen Lärmschutz. Es gibt keinen einzigen Meter Lärmschutz entlang der B1 in Marchtrenk. Ich verwehre mich auch gegen Unwahrheiten, die in Briefen an Vereine behauptet werden. Wir sind dem Land in sehr vielen Punkten entgegengekommen. Bei zwei Kreuzungen haben wir noch keinen Konsens erreicht. Aber die vielen vom Land vorgeschlagenen Ampellösungen würden alles nur noch verschlimmern. Es sind jetzt schon 30.000 Fahrzeuge am Tag unterwegs.“

Zuwachs

Bei der Kreuzung Kiesstraße/Bärenstraße ist Mahr nicht kompromissbereit: „Wir fordern nur, ein paar Hundert Meter von den insgesamt sieben Kilometern in Tieflage zu bauen. Die Ampel dort muss weg, weil sie das Verkehrsaufkommen nicht bewältigt.“ Immer mehr Firmen bauen entlang der B1. Neben TGW bauen weitere groß aus oder wollen sich ansiedeln: „Das Land züchtet sich selbst ein Nadelöhr und tut nichts dagegen. Wir reden von modern und zukunftsträchtig. Das muss doch auch im Sinne von Landeshauptmann Stelzer und Wirtschaftsreferent Strugl sein, dass die Lebensader von Oberösterreich den modernsten Standard hat – für die Wirtschaft und die Menschen“, meint Mahr.

Stellungnahme Land

Landesrat Günther Steinkellner (FP) fordert, „populistische Demos und Straßensperren zu unterlassen“. Sein Appell: „Solche Aktionen auf Kosten der Pendler zu unterlassen. Meine Tür steht offen. Ich bin jederzeit für Gespräche bereit. Mahr ist am Zug.“ Eine Tieferlegung sei technisch möglich, aber unglaublich schwierig, teuer, unfinanzierbar und auch nicht sinnvoll. Die Vorschläge von Mahr verteuern das Projekt um fünf Millionen Euro. Derzeit sind für Hörsching, wo die Umwelt-Verträglichkeitsprüfung (UVP) vorgezogen wird, und Marchtrenk 70 Millionen Euro veranschlagt. „Wir müssen für die UVP ja eine Umweltverträglichkeitserklärung einreichen, die beinhaltet in erster Linie, wie sich die Umsetzung auf den Verkehr auswirken wird. Voraussetzung für diese Prognosen/Berechnungen ist das Nebenwegekonzept. In Hörsching ist schon klar, wie das Konzept aussieht, daher können wir die Erklärung für Hörsching vorbereiten. Marchtrenk hat ja das Nebenwegekonzept abgelehnt und ein neues gibt es noch nicht“, sagt Christian Dick, Leiter der Abteilung Straßenneubau und -erhaltung.

Es ist für Marchtrenk eine Verbreiterung der bereits bestehenden Umfahrung mit insgesamt fünf bis sechs Knoten mit Ampelanlagen geplant. Für eine Tieferlegung der Straße fehle es am Geld und schlichtweg auch am notwendigen Platz, heißt es seitens des Landes.


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