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ZELL Harald Wurmsdobler hat die organisatorische Gesamtleiter der Pramtaler Sommeroperette inne. Zudem ist der Innviertler auch auf der Bühne im Schloss Zell an der Pram zu sehen.

Harald Wurmsdobler ist das Gesicht der Pramtaler Sommeroperette. (Foto: Weihbold)
Harald Wurmsdobler ist das Gesicht der Pramtaler Sommeroperette. (Foto: Weihbold)

Tips: Herr Wurmsdobler, bald findet die Premiere der diesjährigen Pramtaler Sommeroperette statt. Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der bisherigen Vorbereitungen?

Wurmsdobler: „Die Landstreicher“ ist eine Operette, die wir als Posse mit Gesang in Szene setzen wollen, ähnlich einem Theaterstück von Johann Nestroy. Das bedeutet, dass wir das Publikum mit ins Spiel hineinnehmen werden, es gibt also keine „vierte“ Wand. Dieser Spielstil weicht doch sehr von dem einer Boulevardkomödie, wie sie viele Operetten sind, ab. Das Tempo ist gelegentlich langsamer, die Figuren kommen aus dem Wiener Volksschauspiel. Da muss man in den Proben erst einmal zusammenfinden und ein einheitliches Niveau erarbeiten. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen und nun freuen wir uns auf die Endproben in Zell an der Pram.

Tips: Warum fiel heuer die Wahl ausgerechnet auf „Die Landstreicher“ bzw. nach welchen Kriterien suchen Sie die Operetten für Zell aus?

Wurmsdobler: Wie bei so vielem in Österreich leitet der Pragmatismus die Wahl. Aber Spaß beiseite, es gibt ganz konkrete Kriterien, die wir erfüllen müssen. Wir können ein Stück nur so umsetzen, dass unser finanzieller und operativer Rahmen nicht gesprengt wird. Das bedeutet, dass ich das Stück entweder bearbeiten muss, ohne dem Werk untreu zu werden, oder einen Partner habe, der uns in der Umsetzung hilft. Prinzipiell haben wir den Vorteil, einen überschaubar großen Zuschauerraum zu haben, sodass es uns möglich ist, das Risiko einzugehen, unbekanntere Werke auf den Spielplan zu setzen. Ich hoffe, das Publikum hält uns auch bei unbekannteren Werken, wie zum Beispiel „Die Landstreicher“, die Treue, weil wir jedes Jahr mit jedem Stück aufs Neue versuchen, besser zu werden.

Tips: Welche Rolle spielen Sie und was können Sie uns darüber erzählen?

Wurmsdobler: Da halte ich mich an Agnes Palmisano, meiner Partnerin im Stück, die in einem Interview etwa so gesagte: „Das Landstreicherpaar sind zwei Menschen, die sich den Normen und Konventionen nicht beugen. Nicht aus Not, sondern aus Überzeugung.“ Dem stimme ich vollinhaltlich zu. Es handelt sich um Menschen, die aus dem System aussteigen, nicht weil sie durch den Rost fallen und vom System nicht aufgefangen werden, sondern weil sie gegen das System rebellieren.

Tips: Sie sind auf vielen Bühnen zu Hause. Was ist das Besondere an der Bühne im Schloss Zell?

Wurmsdobler: Die Freiluftsituation ist neben dem Ambiente das Besondere in Zell an der Pram. Da ich bei der Pramtaler Sommeroperette nicht nur als Künstler auftrete, sondern dar-über hinaus auch noch die organisatorische Gesamtleitung innehabe, ist das Nervenkostüm doch sehr angespannt in der Vorbereitung und den Tagen der Vorstellungen.

Tips: Wie oft schauen Sie auf den Wetterbericht?

Wurmsdobler: Wir sind am Tag der Vorstellung bestens mit der ZAMG vernetzt. Spätestens ein paar Stunden vor der Vorstellung müssen wir eine Entscheidung treffen, ob drinnen oder draußen gespielt wird. Diese Entscheidung ist dann irreversibel. Diese Tage sind die schlimmsten und ich hoffe auf eine stabile Schönwetterlage bis Ende Juni, dann werden wir wunderbare Aufführungen im Schlosshof erleben.


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