Leistung und Dynamik sind bei einem elektrischen Kompakt-SUV zwar zweitrangig, wenn so fein hergerichtet wie beim Elroq RS aber trotzdem herzlich willkommen.

Der Skoda Elroq ist ein Verkaufsschlager. In einigen europäischen Ländern ist er das meistverkaufte E-Auto, europaweit liegt er auf Platz 2, hierzulande ist der Tscheche ein Fixstern am Treppchen. Eigentlich eh keine Überraschung, Skodas Erfolgswelle ist mittlerweile eine, Achtung Wortspiel, Dauerwelle. Und nachdem sich der Enyaq ja schon über großen Zulauf erfreute, war dem Elroq sein Weg eh vorherbestimmt.
Ergo dessen sieht man den Skoda gefühlt an jeder Ecke, freilich ohne dass er dabei einen allzu tiefen Eindruck hinterlässt. Positiver formuliert ist sein zeitloses Design weitestgehend frei von martialischer Formsprache, wie wohl wir der Front ihren markanten Look nicht absprechen wollen. Hier setzt der RS mit einem deutlichen Plus bei der Schärfe an, dezentes aber doch erkennbares Spoilerwerk, serienmäßige 20-Zöller und bis zu 15 Millimeter Tieferlegung sorgen für weitere visuelle Highlights.
Unabhängig davon bestimmt man aber tatsächlich selber, wie sehr man aus der Armada an Elroq´s herausstechen möchte. Dem RS exklusiv vorbehalten und Garant für maximale Aufmerksamkeit ist die „Mamba-Grün“-Lackierung. Oder man macht es wie der Konfigurator des Testwagens, wählt „Graphit-Grau“-Metallic und dunkle 21-Zoll Felgen, taucht damit dann doch wieder in der Menge unter, um nur von genauen Beobachtern als multitalentiertes Top-Modell erkannt und enttarnt zu werden.
Besonders spannend ist die Bandbreite bei Antrieb und Fahrwerk. Letzteres ist von der adaptiven Sorte und im Individual-Modus 15-fach einstellbar, sprich man kann fast sänftengleich mit Antrieb im Eco-Modus zum Bäcker im Ort tingeln. Nur um am nächsten Tag im Sport-Modus und bretthartem Fahrwerk einen Streckenrekord für die Ewigkeit in den Asphalt zu brennen. Ziemlich sicher werden beide Extreme eher selten zur Anwendung zu kommen, aber wenn doch, dann wohl eher das Arge.
Stehen ja doch 340 PS, 679 Newtonmeter und Allradantrieb auf der Habenseite, die auch mit stolzen 2,2 Tonnen so überhaupt keine Probleme haben. Auf Wunsch ist der Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,4 Sekunden erledigt, schön ist dabei die zwar eh druckvolle, aber nie im Hau drauf- Sinne unangenehme Beschleunigung. Kraft ist stets im Überfluss da, der RS bringt sie auch im kurvigen Geläuf souverän und staubtrocken auf die Straße. Bei Bedarf bis zu 180 km/h schnell
Interessant ist, dass der Elroq auch auf schnelleren Etappen nicht den Hang zum „Saufen“ entwickelt. Klar ist der WLTP-Wert von 17,1 kWh nur mit Hängen und Würgen zu erreichen, im echten Leben und schnelleren Teilstücken haben wir uns mit rund 18,9 kWh auf 100 Kilometer davon aber nicht sehr weit entfernt. Damit lassen sich bei einem 79 kWh fassenden Akku stabile Reichweiten jenseits der 400 Kilometer erzielen, maximal geladen wird der Elroq mit 185 kW.
Einem Top-Modell würdig ist die Serienausstattung. Matrix-LED, Head-up Display, E-Fahrersitz mit Massagefunktion, Soundsystem und vieles mehr ist serienmäßig, sportliche Features und ganz viel Alcantara sowieso. Fehlt eigentlich nix, mit Blick auf den nächsten Winter eventuell die Wärmepumpe. Bei einem sehr fairen Kaufpreis von 54.840,00 EUR sollte das keine Hürde sein.
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Echt lässig: Best of Skoda bei den Elektrischen.
Echt stressig: Nichts.
Echt fett: Darf das Urlaubsgepäck sein.
Echt schade: Dass wir keinen Platz fanden, die hohe Qualität des Interieurs zu loben.
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Daten Skoda Elroq RS
Motor: 79 kWh Akku (Netto)
Spitzenleistung: 340 PS
Dauerleistung: 105 PS
Max. Drehmoment: 679 Nm
Reichweite: ca. 400 km
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 5,4 Sek
Preis ab 54.840,00 EUR










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