Wenn die „Strumern strumen“

Online Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 14.05.2019 11:06 Uhr

Ab Mitte Mai zur Narzissenblüte liefern sagenumwobene Karstquellen in der Doppelgemeinde Pichl-Kainisch ein beeindruckendes Naturschauspiel. Wie von Geisterhand gelenkt „strumen“ diese so genannten Strumern aus unzähligen Quellen, ergießen sich über mit Moos bewachsene Steine und schwellen innerhalb kürzester Zeit zu reißenden Wildbächen an. Doch so schnell dieser Spuk gekommen ist, so schnell zieht er sich auch wieder in die Erde zurück.von MICHAEL WASNER

Unser erster Besuch gilt den im sonnigen Hinterberger Tal gelegenen Orten Kainisch und Pichl.

Im Kainischer Zentrum erwarten uns die sehenswerte Dorfkapelle und daneben ein altes Haltestellenhäuschen. Das rechts davon einmündende Straßerl führt uns vorbei an der Ude-Andacht zum Haus Kainisch 152, wo bei der nächsten Straßenlaterne in den rechts wegführenden Wiesenweg eingeschwenkt wird.

Vorbei an einem Marterl mit Aussichtsbankerl wird nun, genau auf den Grimming zu, der Nachbarort Pichl angesteuert. Rechts an der Dorfstraße eine mit Schindeln gedeckte Kapelle mit freigelegten Fresken und vorne links ein Infostand mit Bushaltestelle und Parkgelegenheit. Wir marschieren nun rechts hinaus zur Brücke über die B145 und folgen dem Schild „Strumern“ hinab ins geschützte Pichler Moos.

Durch das Naturreservat Ödensee

Mit grünen Wegtafeln gut beschildert leiten diese nach Überschreiten des Bahndamms und des Riedlbachs durch ein meist stilles, nahezu unberührtes Augebiet. Im Frühling aber ist es vorbei mit der Ruhe, dann erfüllt das Rauschen der Wildbäche den Talgrund. Lange Zeit glaubte man an geheimnisvolle Mächte. Alte Überlieferungen sagen jedoch, dass die Strumern aus dem Schmelzwasser des Dachsteins gespeist werden (1984 wissenschaftlich nachgewiesen) und das ist auch die Erklärung, warum sie nur im Frühling in Erscheinung treten. Am Steg über den obersten Quelltopf liegen weitere Infos vor. Der gut erkennbare Pfad steigt nun weiterhin leicht an und mündet nach sieben Minuten in eine Forststraße mit Wanderwegschildern. Wir folgen gelb und grün Richtung Ödensee und erfahren an der folgenden Kreuzung, dass der Weg dorthin mit 1,5 Stunden angegeben ist. Ziemlich dieselbe Zeit, die wir bereits in den Füßen haben. Nach längerem Forststraßenanstieg geht„s rechts weg. Der Wald gibt nun schöne Wiesengründe, voll von Trollblumen und Narzissen, frei. Dann erwartet uns ein weiterer Forststraßenmarsch, von dem sich bald darauf ein schöner Blick hinab in die tief eingefurchte Ödensee-Traun ergibt, deren Seeaustritt nun in wenigen Minuten erreicht wird. Keine 100 Meter weiter lockt die Kohlröserlhütte zur Labe und Einkehr. Dabei achten wir besonders gut auf ein rechts abzweigendes Wegerl, welches unseren Rückweg bestimmt.

Zeit für eine Seeumrundung

Zuvor sollte aber noch eine Dreiviertelstunde für eine Seeumrundung eingeplant werden. Das Geäst der über 100 Jahre alten Fichten ragt oft weit über das Ufer hinaus. Dutzende Rinnsale aus den Bergen ergießen sich in den Seebuchten. An den schönsten Stellen laden Rastplätze zum Schauen, Träumen oder Baden ein. Das Südufer des Ödensees erreicht meist schon im Juni Temperaturen um die 20 Grad.

Zwischen Gasthaus und Seeausfluss beginnt der Waldpfad, der vorerst nicht markiert, aber kaum zu verfehlen ist. Nur wenige Meter rechts verbergen sich mit kleinem “Warmen See„ und dem winzigen “Kalten See„ zwei idyllische Dolinenseen. Rote Farbkleckse setzen ein. Es geht hinaus aus dem Auwald und hinein in das sensible, aber botanisch ungemein interessante Hochmoorgebiet. Bei einem Gang zwischen Dotterblumentümpeln, Moorbirken und duftenden Narzissen verlassen wir das Naturreservat und spazieren zurück zum Bahnhof.

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